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Verdi – Attila

Gestern abends war es mir vergönnt, in Graz eine konzertante Aufführung dieser selten gespielten Oper zu hören.  Es war ein Erlebnis!  Unter dem schwungvollen Dirigat (und das braucht diese Oper) von Francesco Ciampa wogte das slowenische Orchester.  Der Chor des Musikvereins Graz (klein, aber oho!) tat das seine dazu.

Die Solisten waren auserlesen:  An erster Stelle möchte ich Fabio Sartori nennen, der mich mit seiner Leistung überrascht hat.  So kräftig, dominant und packend habe ich ihn nicht erwartet.  Erwin Schrott (als Einspringer für Ferruccio Furlanetto) lieferte eine großartigen, beweglichen Attila.  George Petean und Jose Maria Siri landeten trotz ausgezeichneter Leistung auf den Plätzen.  Es konnten sich auch die Nebenrollen in Szene setzen:  Martin Fournier und Dimitri Fontolan.  Eine umjubelte Aufführung, die den Opernfreund glücklich macht und keine Inszenierung braucht.

Willi, Wolfgang Kaercher und Attila haben auf diesen Beitrag reagiert.
WilliWolfgang KaercherAttila

Lieber Erich!

„Attila“ ist immer eine sehens- und hörenswerte Oper. Auch wie bei Dir ist eine konzertante Aufführung immer ein Genuß. Du hast sicher eine gute Besetzung erwischt. Für Erwin Schrott hätte ich gerne Ferruccio Furlanetto erlebt, aber mit solchen Änderungen muss man immer rechnen. Wer sang denn die „Odabella“, wohl die schwierigste Partie dieser Oper? So selten wird diese Oper nicht aufgeführt, leider überwiegend auf slawischen Bühnen. Ich besitze allein 4 Aufnahmen auf DVD aus dem Marinsky-Theater Sankt Petersburg. Dort tritt anstelle des Papstes „Michael“ ein russischer Patriarch mit Gefolge auf, mit herrlichen Kostümen. Auf zwei Aufnahmen gibt es den kompletten Schluss mit Balletteinlage.

LG

Attila

 

 

Lieber Attila!

Die Odabella war mit Maria Jose Siri besetzt, die wunderschön gesungen hat, auch zu Recht gefeiert wurde, aber etwas die für diese Partie notwendige Verve hat vermissen lassen.  Trotzdem eine schöne Leistung.

Ich habe diese Oper früher unterschätzt, obwohl ich sie anfangs der 1980er Jahre in Wien mit Nicolai Ghiaurov und Mara Zampieri, aber auch mit Maria Chiara gesehen habe.  Es hat also lange gedauert, bis ich mit dem „Attila“ warm geworden bin.

Herzlich Grüße –

Erich

Folgende Aufnahme ist meine absolute Nr. 1. Man beachte den letzten Akt mit etwas gespenstiger Athmosphäre, Wahrsagern,  die Attila den Tod prophezeien und die Balletteinlagen mit wunderschöner Musik dazu.

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Liebe alle,

„Attila“ ist eine meiner Lieblingsopern. Ich darf mich mal selbst zitieren und einen Beitrag aus einem anderen Forum -leicht angepaßt- hier posten, nämlich den zu der Gardelli-Aufnahme mit Ruggero Raimondi:

https://www.amazon.de/Verdi-Attila-UK-Ruggero-Raimondi/dp/B000057CKD/ref=sr_1_9?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&crid=7L3J1MBNTCMK&dib=eyJ2IjoiMSJ9._7NobFi4NfcBIvHd_wg-CSUHNDIyeZl-LuCu_2fto-cikW16V1rjXweWa6VdJFud7F3sQHmyw-Wevjcv3Cc4LtBG2GOoZQ00hLob8UOzg3qsUC410gDpAyooR5nlGNqzdqCLTUvlZjwb7qhqc5ZbURytecGIiIplo-CgcRVAwh0qxfHe_hBr6DzTrE_rYtAayX_py7sjFrCkKJE_e2L1dhoLzZKVQm5Z_zGcqO_2lV8.PHrNKL1bF4OToFcBv1vb–OIS7qP2yb1pX5QQr5uKAs&dib_tag=se&keywords=Verdi+Attila&qid=1716730215&sprefix=verdi+attila%2Caps%2C113&sr=8-9

„…Hier muß ich entgegen der sonstigen Gewohnheit zuerst einmal den Dirigenten sehr lobend erwähnen. Lamberto Gardelli dirigiert ungeheuer differenziert, wirklich fein abgestimmt und sehr farbig, leistet den Sängern optimale Unterstützung, die sich (auch) dadurch zu mehr als nur ordentlichen Leistungen inspiriert fühlen. Mit dem Royal Philharmonic Orchestra hat er natürlich auch einen optimalen Klangkörper zur Verfügung; gleichfalls mit den teilweise berührend schön singenden Ambrosian Singers.

Ruggero Raimondi singt den Attila noch eher am Anfang seiner Karriere mit schlanker, sehr wandlungsfähiger Stimme. Stellt man ihn sich optisch vor, wäre das ein eher sehniger, viriler Attila, keine Spur von polterndem, sonoren, dickbäuchigen Baß. Das paßt auch deswegen gut, weil sein (zeitweiliger) Verbündeter und (zeitweiliger) Gegner (diese Oper illustriert den Begriff „renversement des alliances“ in perfekter Weise!), der römische Heerführer Ezio, von Sherrill Milnes gesungen wird. Im Duett des ersten Aktes, in dem Ezio Attila großzügig die Welt verspricht, wenn er selbst nur Italien behalten dürfe („..avrai tu l’universo, resti l’Italia a me!“) klingen diese beiden Stimmen einander bisweilen so ähnlich, daß man mglw. sogar die Partien austauschen könnte – ein höchst interessanter Effekt. Natürlich ist es auch von Milnes eine seiner vielen sehr guten Leistungen aus den 70er Jahren – die Aufnahme stammt aus dem Jahr 1972.

Den Forresto gibt Carlo Bergonzi. Er singt seine Arie „Ella in poter dei barbari!“ überwältigend schön und jedem anderen mir bekannten Sänger dieser Partie von Phrasierung und Tongebung überlegen. Das Duett mit Odabella gestaltet er endlich einmal als gleichwertiger Sänger; bei anderen Aufnahmen hatte ich immer den Eindruck, als gestatte eine kämpferische Odabella einem weichlichen Forresto mal gerade eben so das Mitsingen – hier ist es wirklich nicht so.

Die Odabella von Christina Deutekom muß man sicher nicht mögen – Frau Deutekoms Stimme ist mir zu fein und dünn, an manchen Stellen gar ein wenig scheppernd. Andererseits hat sie einen gepflegt hysterischen Unterton, der ganz gut zu der Partie paßt, weil dadurch die manische Entschlossenheit Odabellas zum Ausdruck kommt, Attila mit eigener Hand zu meucheln. Auch sie aber, wie alle anderen, singt rhythmisch perfekt, ungeheuer engagiert und in jeder Minute dabei.

Uldino und Leone werden rollendeckend von Riccardo Cassinelli und Jules Bastin gegeben.“

Interessanterweise gibt es von Raimondi, bei dem manche große Rolle höchstens einmal auf einem illegalen Mitschnitt veröffentlicht ist, eine akzeptable weitere Aufnahme des Attila, diesmal mit Antonietta Stella. Diese Aufnahme kommt aber an die Gardelli- Aufnahme nicht heran.

Grüße!

Honoria Lucasta

Erich Ruthner und Attila haben auf diesen Beitrag reagiert.
Erich RuthnerAttila

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