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Antonio Vivaldi (1678-1741) Dramma per musica in drei Akten Personen der Handlung Ort und Zeit der Handlung: Kilikien (Türkei), unbestimmter Zeitpunkt Vorgeschichte Erster Akt Ein prächtiger Platz Szenenwechsel: Abgelegener Garten Szenenwechsel: Im Tempel des Gottes Vulkan Zweiter Akt Szenenwechsel: Ein der Göttin Diana geweihter Wald Dritter Akt Unterirdisches Verlies Szenenwechsel: Rotunde im Palast Szenenwechsel: Ein prächtiger Saal, für die Hochzeit ausgestattet © Gerhard Wischniewski Antonio Vivaldi (1678-1741) Dramma per musica in drei Akten Personen der Handlung Ort und Zeit der Handlung: Kilikien (Türkei), unbestimmter Zeitpunkt Vorgeschichte Erster Akt Ein prächtiger Platz Szenenwechsel: Abgelegener Garten Szenenwechsel: Im Tempel des Gottes Vulkan Zweiter Akt Szenenwechsel: Ein der Göttin Diana geweihter Wald Dritter Akt Unterirdisches Verlies Szenenwechsel: Rotunde im Palast Szenenwechsel: Ein prächtiger Saal, für die Hochzeit ausgestattet © Gerhard Wischniewski Informationen zum Werk Auf CD aufgezeichnet ist auch eine bearbeitete konzertante Fassung aus der Baseler Marienkirche von 2024. Informationen zum Werk Auf CD aufgezeichnet ist auch eine bearbeitete konzertante Fassung aus der Baseler Marienkirche von 2024.VIVALDI, Antonio: ARSILDA, KÖNIGIN VON PONTOS (Arsilda regina di Ponto)
ARSILDA, REGINA DI PONTO
(Arsilda, Königin von Pontos)
Libretto von Domenico Lalli
Uraufführung: 1716 am Teatro Sant’Angelo in Venedig
Originalsprache: Italienisch.
Arsilda, Tochter des Königs von Pontos (Mezzosopran)
Tamese, Tronfolger von Kilikien (Tenor)
Lisea, seine Zwillingsschwester (Mezzosopran)
Barzane, Sohn des Königs von Lydien, ihr heimlicher Verlobter (Sopran)
Mirinda, ihre Vertraute (Sopran)
Cisardo, Onkel und Vormund von Lisea und Tamese (Bass)
Nicandro, Tameses Vertrauter (Sopran)
Diener, Jäger, Soldaten, Volk
Um die Handlung besser zu verstehen, sollte man wissen, was vorher geschehen ist:
Der König Kilikiens ist gestorben und seine Witwe führt vorübergehend die Regierung, bis ihr Sohn Tamese den Thron übernehmen kann. Tamese hat eine Zwillingsschwester Lisea, die ihm so ähnlich sieht, dass man die beiden nur an der Kleidung unterscheiden kann. Barzane, der Sohn des Königs von Lydien, der im gleichen Alter Tameses ist, hält sich ebenfalls in der Hauptstadt Kilikiens auf und ist ein Freund Tameses geworden, Außer dem liebt er Lisea und ist mit ihr heimlich verlobt..
Als ein Aufstand droht, bittet die Königswitwe Tamese und seinen Freund, diesen niederzuschlagen. Auf ihrer Reise gelangen sie auch in die Hauptstadt von Pontos und beide verlieben sich in die Königstochter Arsilda, so dass Barzane sogar seine Verlobte Lisea vergisst. Arsilda entscheidet sich jedoch für Tamese. Barzane zieht sich zurück und beschließt, Arsilda mit Gewalt zu erobern. Tamese reist allein weiter, aber nach Niederschlagung des Aufstands, erleidet er im Sturm mit seiner Mannschaft Schiffsbruch, Er kann sich an ein Ufer retten, aber die übrigen Überlebenden halten ihn für tot. Auf das Gerücht hin beschließt die Königwitwe, Lisea als Tamese zu kleiden, dem Volk als Nachfolger vorzustellen und zu behaupten, Lisea sei tot. So gelangt Lisea nach dem baldigen Tod der Mutter auf den Thron.
Inzwischen hat sie aber auch von der Untreue Barzanes erfahren und Arsilda ist Königin von Pontos geworden. Da Barzane Anspruch auf Arsilda erhebt, fürchtet sie, dass dieser auch die Herrschaft in Kilikien übernehmen werde. Sie lädt daher Arsilda ein und bietet sich ihr, die Lisea für Tamese hält, als “Bräutigam” an, was diese natürlich mit Freuden annimmt. Barzane hat davon erfahren, rückt mit Soldaten heimlich in die Hauptstadt Kilikiens ein, um Arsilda zu entführen.
Das Volk von Kilikien, Cisardo, der Vormund des Zwillingspaares, Lisea (als vermeinticher Tamese) und ihre Vertrauten Mirinda und Nicandro sowie Arsilda sind versammelt, wo das Volk den jährlichen Eid auf den Fürsten schwören soll und gleichzeitig die Hochzeit zwischen Arsilda und Tamese (Lisea) gefeiert werden soll. Cisardo eröffnet die Zeremonie und das Volk schwört.
Nach dem Eid stellt Lisea Arsilda als ihre Braut und künftige Königin vor und das Volk jubelt. Arsilda, die Lisea für Tamese hält und ein wenig dessen Leidenschaft vermisst, spricht sie sofort auf die baldige Hochzeit an. Doch diese versucht, sie mit Ausflüchten hinzuhalten, was Arsilda natürlich nicht verstehen kann.
Cisardo warnt vor dem Feind, der in die Stadt einzudringen versuche und entfernt sich mit dem Volk, um alles bewachen zu lassen.
Zurück bleiben Arsilda, Lisea und ihre beiden Vertrauten. Nun spricht Arsilda Lisea erneut an, warum sie die Hochzeit noch nicht hinauszögere. Auch Liseas Vertraute verstehen das nicht. Doch Lisea redet sich damit heraus, dass sie Jupiter geschworen habe, es erst zu tun, wenn ihr Rivale seines Königreichs und seiner Freiheit beraubt sei. Arsilda ist traurig darüber und geht.
Lisea spricht Nicandro an, der ihr seine unerschütterliche Treue verspricht. Dann geht er.
Mit Mirinda allein, die sie als Lisea kennt, spricht sie darüber, dass sie in die Rolle des Bruders schlüpfen musste, weil das Gesetz einen männlichen Thronerben verlange. Als ihre ehrgeizige Mutter vom (angeblichen) Tod Tameses erfuhr, ließ sie das Volk ihr in der Verkleidung Tameses die Treue schwören. Sie habe Arsilda nur gerufen, weil Barzane, der ihr Verlobter sei, nun diese besitzen will. Sie schwankt in ihren Gefühlen, ob sie den Tod des Ungetreuen wünschen oder ihn bereuen würde. Sie vertraue auf die Zeit und das Schicksal. Dann geht auch sie.
Mirinda ist verwirrt. Ihr erscheint die Liebe als Ungeheuer und sie schwört ihr für sich selbst ab.
Aus einem unterirdischen Gang bahnt sich Barzane einen Weg. Er äußert, dass er Arsilda entführen will und befiehlt seinen Soldaten im Gang verborgen zu bleiben, um ihm später zu Hilfe zu eilen. Er freut sich bereits darauf, die Geliebte zu erobern und schreitet durch den Garten hinaus:
Tamese erscheint in Gärtnerkleidung. Der Totgeglaubte hat sich bis zum elterlichen Palast durchgeschlagen. Er glaubt, dass seine Schwester ihn verraten habe, ist erstaunt darüber, dass auch Arsilda sich an ihrer Seite befindet und hat erfahren, dass Barzane diese mit Waffengewalt entführen will. Er will seinen Thron wiedererobern. Dann zieht er sich zurück.
Arsilda kommt. Sie ist unglücklich, dass der (vermeintliche) Tamese ihre Liebe nicht in der gleichen Weise erwidert. Jetzt sieht Barzane seine Gelegenheit, sie zu ergreifen. Aber sie weigert sich. Auf ihren Hilferuf hin stürmt Tamese mit gezückten Schwert herbei. Aber Barzane will sich nicht mit einem “Bauern” schlagen und ruft seine Soldaten herbei, ihn zu töten.
Doch rechtzeitig trifft auch Cisardo, der den Lärm gehört hat, mit Soldaten ein, ergreift Barzane und seine Soldaten schlagen die feindlichen Eindringlinge nieder. Dann entfernt er sich, seine Soldaten nehmen die Feinde mit.
Arsilda bedankt sich bei ihrem Retter. Sie entdeckt eine Ähnlichkeit mit Tamese, erkennt ihn aber nicht. Daher erklärt sie, sie könne nicht länger mit ihm reden, denn sie liebe ihren “Mann”.
Cisardo, Lisea, Tamese, Mirinda, Nicandro und Soldaten wollen dem Gott ein Opfer bringen. Lisea sagt, sie sei glücklich darüber, dass der “Gärtner” Barzane besiegt habe. Nach dem Opfer aber wolle sie Barzane besuchen. Nachdem die Soldaten abgegangen sind, bittet Lisea um Gnade für den Besiegten, denn heimlich liebt sie ihn immer noch. Cisardo verspricht es und geht ebenfalls.
Nicandro erklärt, er werde das feindliche Lager beobachtern und Lisea stimmt ihm zu. Er geht.
Lisea erklärt nun Mirinda, wie sie die Liebe sieht. Sie nennt sie einen Tyrannen, der zugleich abstößt und gefällt und je mehr sie schmerze, desto mehr gefalle sie.
Als Mirinda allein ist, erklärt sie, dass sie nicht einsehen will, warum man nicht vor der Liebe flieht. Doch vielleicht verstehe sie nur derjenige, der sie selbst erlebt.
Ein schöner Saal des Palastes
Mirinda spricht Lisea auf den Gärtner an, der wie ihr Bruder aussah und den feindlichen König besiegt habe. Sie gibt zu, dass sie ihn ins Herz geschlossen habe. Dann bittet Lisea sie zu gehen, weil sie allein mit Barzane reden möchte
Barzane kommt, geführt von Wachen, die sie wegschickt. Er, der sie auch als Tamese ansieht, gibt zu, dass sie durch seine Schuld gesiegt habe. Er werde es ertragen, wenn sie sich damit rühme. Sie wirft ihm Verrat vor, sehe die Freundschaft daher anders als früher. Er fragt, was er “ihm” angetan habe und ob es ein Freundschftsbeweis sei, dass “er” ihm die Geliebte genommen habe. Dass er sich neu verliebt habe, würde er auch Lisea sagen, wenn sie noch lebte. Lisea ist außer sich und hätte sich bei ihrem Vorwurf beinahe verraten. Er aber meint, dass er einer Toten keine Liebe mehr schulde. Da erklärt sie ihm, dass Lisea wegen seines Verrats gestorben sei und “ihn” im Sterben um Rache gebeten habe. Barzane ist verblüfft. Sie aber will sich nicht mehr an seiner Schande ergötzen, sondern sagt ihm voraus, sie werde ihm später in einem heiligen Wald ein Geheimnis enthüllen. Barzane wird abgeführt
Arsilda kommt und stellt Lisea den “Gärtner” als ihren Retter vor. Lisea wundert sich über die Ähnlichkeit und Arsilda spürt eine Leidenschaft für beide. Sie fragt Tamese nach seiner Herkunft, die er aber verschleiert. Er sei als Soldat nach Ende des Krieges hier aufgenommen worden, um sich um die königlichen Gärten zu kümmern. Nach Lisea befragt, sagt er, sie sei zwar tot, aber er glaube, sie jetzt noch zu sehen. Lisea glaubt immer mehr, in ihm ihren Bruder und Arsilda ihren wahren Geliebten zu erkennen, also ihren”Bräutigam” als Betrüger anzusehen. Als Lisea ihn entlässt, verspricht sie, ihm am Hof eine Aufgabe zu geben, die seiner würdig ist.
Im anschließenden Gespräch zwischen Lisea und Arsilda stellen zwar beide fest, dass der Jüngling sehr Tamese gleicht. Dann jedoch spricht Arsilda Lisea erneut auf die Hochzeit an, doch Lisea versucht, dies weiterhin hinauszuschieben. Sie geht.
Arsilda drückt ihr Unverständnis aus. Der Anblick des Gärtners hat ihr Verlangen nach Liebe noch mehr geschürt und sie liebe denselben Gegenstand in beiden Wesen.
Eine Gesellschaft bereitet eine Jagd vor. Lisea, Tamese, Cisardo; Mirinda und Nicandro treten in Jagdgewändern auf. Alle freuen sich auf die Jagd. Lisea möchte, dass eine junge Hirschkuh erlegt werde und Nicandro ihr deren Kopf zu Füßen lege. Dann ziehen alle auf verschiedenen Wegen ab.
Barzane kommt. Er trägt immer noch Rachegedanken. Er will den “Rivalen” (Lisea) töten. Doch er empfindet, nachdem er “ihn” jetzt gesehen hat, eine zärtliche Erinnerung an seine frühere Liebe. Als sein vermeintlicher Rivale zurückkehrt, möchte er von ihr das das Geheimnis wissen, das sie ihm vorausgesagt hat. Sie fragt ihn, ob er seinen Fehler bereuen würde, wenn Lisea noch lebte, aber er antwortet dazu nur mit “vielleicht”. Sie gibt ihm einen Schlüssel zu einem geheimen Gang und eröffnet ihm, das Lisea noch lebe und sich dahin zurückgezogen habe. Warum sie das getan habe, werde diese ihm da verraten. Er solle nur gehen und das ünglückliche Mädchen trösten. Sie geht.
Barzane ist sich seiner Treulosigkeit bewusst, glaubt aber, wenn das eben Gehörte wahr wäre, dass “die Überreste seiner Treue kraftvoll wieder aufleben” würden. Dann macht er sich auf den Weg.
Tamese kommt mit Mirinda. Er fragt sie, ob sie den Tod Liseas beweint habe, worauf sie natürlich keine Antwort geben kann. Ihm möchte sie jedoch sagen, dass sie ihn liebe. Da sie sich nicht traut, findet sie aber nicht die richtigen Worte und geht schließlich davon.
Tamese beschließt, sich Arsilda und Cisardo gegenüber zu offenbaren. Als Arsilda auftritt, fragt er sie, ob sie ihren “Gatten” wirklich liebe. Sie, die Lisea immer noch für Tamese hält, bekennt, dass sie “ihn” noch mehr als sich selbst liebe und auch über seinen Tod hinaus lieben werde. Da bekennt er ihr, dass er der wahre Tamese ist und ihr “Gatte” seine Schwester. Sie solle sich an Cisardo um Hilfe wenden. Arsilda schwankt noch, ob sie das glauben soll, aus Angst Verräterin zu werden. Doch er betont noch einmal seine Identität. Dann geht er und lässt Arsilda zweifelnd zurück.
Als auch sie gegangen ist, tritt Cisardo auf. Er hat das Gespräch der beiden mitgehort. Er ist erschrocken. Was soll er nun tun?
Abschließend tritt auch noch Nicandro allein auf. Was ihm (der vermeintliche) Tamese auch offenbare, die Freundschaft bleibe die gleiche.
Lisea kommt – jetzt in Frauenkleidern –, setzt sich auf einen Stein und erwartet Barzane. Dieser tritt ein und erstarrt: “Sie lebt!” Sie tut so, als erkenne sie ihn nicht. Er stellt sich als Barzane vor und bittet um Vergebung. Sie wirft ihm Treulosigkeit, Grausamkeit und Betrug vor. Auf ihre geheuchelte Frage, wer ihm das Geheimnis verraten habe, nennt er ihren Bruder. Dann will er wissen, warum sie das Gerücht von ihrem Tod verbreitet habe und was er nun tun solle. Sie trägt ihm auf, ihrem Bruder zu erklären, dass er sie heiraten und auf Arsilda verzichten wolle. Er will es sofort tun und verspricht ihr, lieber zu sterben, als sie noch einmal zu verraten, dann eilt er fort.
Lisea fragt sich nun, wie sie in Zukunft beide Rollen spielen kann.
Nicandro, der Tamese noch nicht erkannt hat, lobt die Tapferkeit des Jünglings. Er sagt ihm, dass er eines Königs würdig sei und Tamese erkennt, dass er nicht mehr länger zögern darf. Nicandro hofft, dass der besiegte Barzane nach der Hochzeit einen Frieden anbieten werde. Er geht.
Nun tritt Mirinda auf. Sie hat ihre Meinung in Bezug auf die Liebe geändert und versucht wieder mit Umschreibungen Tamese ihre Liebe zu erklären.
Nach ihrem Abgang kommt Cisardo. Er sagt Tamese, dass er hier den “falschen” König erwarte. Er solle Geduld haben. Er werde ihm, dem echten König, seine Treue beweisen. Tamese zieht sich zurück
Dann erscheint Lisea (wieder in Männerkleidung) mit Soldaten. Cisardo fordert, dass er mit ihr allein sprechen müsse. Sie schickt also die Soldaten weg. Dann fragt er sie, ob Lisea wirklich tot sei. Sie versucht, sich heraus zu reden. Da erklärt er ihr frank und frei, dass sie lebt und dass sie es selbst sei. Nun leugnet sie nicht mehr und bittet um Hilfe. Da berichtet er ihr auch, dass der echte Tamese lebt. Sie ist glücklich. Er verspricht ihr, die Sache zu bereinigen, und geht.
Barzane tritt auf und fragt den vermeintlichen Tamese, ob er seine Schwester gesehen habe. Er bittet “ihn”, seine Schwester heiraten zu dürfen und bietet Frieden an. Diese Erlaubnis erteilt Lisea natürlich mit Freuden. Befriedigt geht Barzane davon.
Lisea kann nun Arsilda, die als Nächste auftritt, die freudige Mitteilung machen, dass ihr langes Warten auf die Hochzeit vorbei sei. Sie werde diese nun mit großem Pomp vorbereiten. Arsilda, die inzwischen weiß, dass Lisea nur den Mann gespielt hat, freut sich, dass nun die richtigen Paare zusammenkommen.
Cisardo hält eine Rede, in der er dem versammelten Volk die wahren Verhältnisse erläutert. Dann führt Barzane Lisea in Frauenkleidung, Tamese in königlicher Tracht Arsilda herein.
Lisea fordert ihren Bruder auf, sich auf den Thron zu setzen und äußert ihre Freude, ihren Geliebten an ihrer Seite zu sehen. Tamese bedankt sich bei ihr, wie sie ihm als Frau den Thron bewahrt hat und besteigt mit seiner geliebten Gemahlin den Thron. Alle jubeln ihnen zu.
ARSILDA, REGINA DI PONTO
(Arsilda, Königin von Pontos)
Libretto von Domenico Lalli
Uraufführung: 1716 am Teatro Sant’Angelo in Venedig
Originalsprache: Italienisch.
Arsilda, Tochter des Königs von Pontos (Mezzosopran)
Tamese, Tronfolger von Kilikien (Tenor)
Lisea, seine Zwillingsschwester (Mezzosopran)
Barzane, Sohn des Königs von Lydien, ihr heimlicher Verlobter (Sopran)
Mirinda, ihre Vertraute (Sopran)
Cisardo, Onkel und Vormund von Lisea und Tamese (Bass)
Nicandro, Tameses Vertrauter (Sopran)
Diener, Jäger, Soldaten, Volk
Um die Handlung besser zu verstehen, sollte man wissen, was vorher geschehen ist:
Der König Kilikiens ist gestorben und seine Witwe führt vorübergehend die Regierung, bis ihr Sohn Tamese den Thron übernehmen kann. Tamese hat eine Zwillingsschwester Lisea, die ihm so ähnlich sieht, dass man die beiden nur an der Kleidung unterscheiden kann. Barzane, der Sohn des Königs von Lydien, der im gleichen Alter Tameses ist, hält sich ebenfalls in der Hauptstadt Kilikiens auf und ist ein Freund Tameses geworden, Außer dem liebt er Lisea und ist mit ihr heimlich verlobt..
Als ein Aufstand droht, bittet die Königswitwe Tamese und seinen Freund, diesen niederzuschlagen. Auf ihrer Reise gelangen sie auch in die Hauptstadt von Pontos und beide verlieben sich in die Königstochter Arsilda, so dass Barzane sogar seine Verlobte Lisea vergisst. Arsilda entscheidet sich jedoch für Tamese. Barzane zieht sich zurück und beschließt, Arsilda mit Gewalt zu erobern. Tamese reist allein weiter, aber nach Niederschlagung des Aufstands, erleidet er im Sturm mit seiner Mannschaft Schiffsbruch, Er kann sich an ein Ufer retten, aber die übrigen Überlebenden halten ihn für tot. Auf das Gerücht hin beschließt die Königwitwe, Lisea als Tamese zu kleiden, dem Volk als Nachfolger vorzustellen und zu behaupten, Lisea sei tot. So gelangt Lisea nach dem baldigen Tod der Mutter auf den Thron.
Inzwischen hat sie aber auch von der Untreue Barzanes erfahren und Arsilda ist Königin von Pontos geworden. Da Barzane Anspruch auf Arsilda erhebt, fürchtet sie, dass dieser auch die Herrschaft in Kilikien übernehmen werde. Sie lädt daher Arsilda ein und bietet sich ihr, die Lisea für Tamese hält, als “Bräutigam” an, was diese natürlich mit Freuden annimmt. Barzane hat davon erfahren, rückt mit Soldaten heimlich in die Hauptstadt Kilikiens ein, um Arsilda zu entführen.
Das Volk von Kilikien, Cisardo, der Vormund des Zwillingspaares, Lisea (als vermeinticher Tamese) und ihre Vertrauten Mirinda und Nicandro sowie Arsilda sind versammelt, wo das Volk den jährlichen Eid auf den Fürsten schwören soll und gleichzeitig die Hochzeit zwischen Arsilda und Tamese (Lisea) gefeiert werden soll. Cisardo eröffnet die Zeremonie und das Volk schwört.
Nach dem Eid stellt Lisea Arsilda als ihre Braut und künftige Königin vor und das Volk jubelt. Arsilda, die Lisea für Tamese hält und ein wenig dessen Leidenschaft vermisst, spricht sie sofort auf die baldige Hochzeit an. Doch diese versucht, sie mit Ausflüchten hinzuhalten, was Arsilda natürlich nicht verstehen kann.
Cisardo warnt vor dem Feind, der in die Stadt einzudringen versuche und entfernt sich mit dem Volk, um alles bewachen zu lassen.
Zurück bleiben Arsilda, Lisea und ihre beiden Vertrauten. Nun spricht Arsilda Lisea erneut an, warum sie die Hochzeit noch nicht hinauszögere. Auch Liseas Vertraute verstehen das nicht. Doch Lisea redet sich damit heraus, dass sie Jupiter geschworen habe, es erst zu tun, wenn ihr Rivale seines Königreichs und seiner Freiheit beraubt sei. Arsilda ist traurig darüber und geht.
Lisea spricht Nicandro an, der ihr seine unerschütterliche Treue verspricht. Dann geht er.
Mit Mirinda allein, die sie als Lisea kennt, spricht sie darüber, dass sie in die Rolle des Bruders schlüpfen musste, weil das Gesetz einen männlichen Thronerben verlange. Als ihre ehrgeizige Mutter vom (angeblichen) Tod Tameses erfuhr, ließ sie das Volk ihr in der Verkleidung Tameses die Treue schwören. Sie habe Arsilda nur gerufen, weil Barzane, der ihr Verlobter sei, nun diese besitzen will. Sie schwankt in ihren Gefühlen, ob sie den Tod des Ungetreuen wünschen oder ihn bereuen würde. Sie vertraue auf die Zeit und das Schicksal. Dann geht auch sie.
Mirinda ist verwirrt. Ihr erscheint die Liebe als Ungeheuer und sie schwört ihr für sich selbst ab.
Aus einem unterirdischen Gang bahnt sich Barzane einen Weg. Er äußert, dass er Arsilda entführen will und befiehlt seinen Soldaten im Gang verborgen zu bleiben, um ihm später zu Hilfe zu eilen. Er freut sich bereits darauf, die Geliebte zu erobern und schreitet durch den Garten hinaus:
Tamese erscheint in Gärtnerkleidung. Der Totgeglaubte hat sich bis zum elterlichen Palast durchgeschlagen. Er glaubt, dass seine Schwester ihn verraten habe, ist erstaunt darüber, dass auch Arsilda sich an ihrer Seite befindet und hat erfahren, dass Barzane diese mit Waffengewalt entführen will. Er will seinen Thron wiedererobern. Dann zieht er sich zurück.
Arsilda kommt. Sie ist unglücklich, dass der (vermeintliche) Tamese ihre Liebe nicht in der gleichen Weise erwidert. Jetzt sieht Barzane seine Gelegenheit, sie zu ergreifen. Aber sie weigert sich. Auf ihren Hilferuf hin stürmt Tamese mit gezückten Schwert herbei. Aber Barzane will sich nicht mit einem “Bauern” schlagen und ruft seine Soldaten herbei, ihn zu töten.
Doch rechtzeitig trifft auch Cisardo, der den Lärm gehört hat, mit Soldaten ein, ergreift Barzane und seine Soldaten schlagen die feindlichen Eindringlinge nieder. Dann entfernt er sich, seine Soldaten nehmen die Feinde mit.
Arsilda bedankt sich bei ihrem Retter. Sie entdeckt eine Ähnlichkeit mit Tamese, erkennt ihn aber nicht. Daher erklärt sie, sie könne nicht länger mit ihm reden, denn sie liebe ihren “Mann”.
Cisardo, Lisea, Tamese, Mirinda, Nicandro und Soldaten wollen dem Gott ein Opfer bringen. Lisea sagt, sie sei glücklich darüber, dass der “Gärtner” Barzane besiegt habe. Nach dem Opfer aber wolle sie Barzane besuchen. Nachdem die Soldaten abgegangen sind, bittet Lisea um Gnade für den Besiegten, denn heimlich liebt sie ihn immer noch. Cisardo verspricht es und geht ebenfalls.
Nicandro erklärt, er werde das feindliche Lager beobachtern und Lisea stimmt ihm zu. Er geht.
Lisea erklärt nun Mirinda, wie sie die Liebe sieht. Sie nennt sie einen Tyrannen, der zugleich abstößt und gefällt und je mehr sie schmerze, desto mehr gefalle sie.
Als Mirinda allein ist, erklärt sie, dass sie nicht einsehen will, warum man nicht vor der Liebe flieht. Doch vielleicht verstehe sie nur derjenige, der sie selbst erlebt.
Ein schöner Saal des Palastes
Mirinda spricht Lisea auf den Gärtner an, der wie ihr Bruder aussah und den feindlichen König besiegt habe. Sie gibt zu, dass sie ihn ins Herz geschlossen habe. Dann bittet Lisea sie zu gehen, weil sie allein mit Barzane reden möchte
Barzane kommt, geführt von Wachen, die sie wegschickt. Er, der sie auch als Tamese ansieht, gibt zu, dass sie durch seine Schuld gesiegt habe. Er werde es ertragen, wenn sie sich damit rühme. Sie wirft ihm Verrat vor, sehe die Freundschaft daher anders als früher. Er fragt, was er “ihm” angetan habe und ob es ein Freundschftsbeweis sei, dass “er” ihm die Geliebte genommen habe. Dass er sich neu verliebt habe, würde er auch Lisea sagen, wenn sie noch lebte. Lisea ist außer sich und hätte sich bei ihrem Vorwurf beinahe verraten. Er aber meint, dass er einer Toten keine Liebe mehr schulde. Da erklärt sie ihm, dass Lisea wegen seines Verrats gestorben sei und “ihn” im Sterben um Rache gebeten habe. Barzane ist verblüfft. Sie aber will sich nicht mehr an seiner Schande ergötzen, sondern sagt ihm voraus, sie werde ihm später in einem heiligen Wald ein Geheimnis enthüllen. Barzane wird abgeführt
Arsilda kommt und stellt Lisea den “Gärtner” als ihren Retter vor. Lisea wundert sich über die Ähnlichkeit und Arsilda spürt eine Leidenschaft für beide. Sie fragt Tamese nach seiner Herkunft, die er aber verschleiert. Er sei als Soldat nach Ende des Krieges hier aufgenommen worden, um sich um die königlichen Gärten zu kümmern. Nach Lisea befragt, sagt er, sie sei zwar tot, aber er glaube, sie jetzt noch zu sehen. Lisea glaubt immer mehr, in ihm ihren Bruder und Arsilda ihren wahren Geliebten zu erkennen, also ihren”Bräutigam” als Betrüger anzusehen. Als Lisea ihn entlässt, verspricht sie, ihm am Hof eine Aufgabe zu geben, die seiner würdig ist.
Im anschließenden Gespräch zwischen Lisea und Arsilda stellen zwar beide fest, dass der Jüngling sehr Tamese gleicht. Dann jedoch spricht Arsilda Lisea erneut auf die Hochzeit an, doch Lisea versucht, dies weiterhin hinauszuschieben. Sie geht.
Arsilda drückt ihr Unverständnis aus. Der Anblick des Gärtners hat ihr Verlangen nach Liebe noch mehr geschürt und sie liebe denselben Gegenstand in beiden Wesen.
Eine Gesellschaft bereitet eine Jagd vor. Lisea, Tamese, Cisardo; Mirinda und Nicandro treten in Jagdgewändern auf. Alle freuen sich auf die Jagd. Lisea möchte, dass eine junge Hirschkuh erlegt werde und Nicandro ihr deren Kopf zu Füßen lege. Dann ziehen alle auf verschiedenen Wegen ab.
Barzane kommt. Er trägt immer noch Rachegedanken. Er will den “Rivalen” (Lisea) töten. Doch er empfindet, nachdem er “ihn” jetzt gesehen hat, eine zärtliche Erinnerung an seine frühere Liebe. Als sein vermeintlicher Rivale zurückkehrt, möchte er von ihr das das Geheimnis wissen, das sie ihm vorausgesagt hat. Sie fragt ihn, ob er seinen Fehler bereuen würde, wenn Lisea noch lebte, aber er antwortet dazu nur mit “vielleicht”. Sie gibt ihm einen Schlüssel zu einem geheimen Gang und eröffnet ihm, das Lisea noch lebe und sich dahin zurückgezogen habe. Warum sie das getan habe, werde diese ihm da verraten. Er solle nur gehen und das ünglückliche Mädchen trösten. Sie geht.
Barzane ist sich seiner Treulosigkeit bewusst, glaubt aber, wenn das eben Gehörte wahr wäre, dass “die Überreste seiner Treue kraftvoll wieder aufleben” würden. Dann macht er sich auf den Weg.
Tamese kommt mit Mirinda. Er fragt sie, ob sie den Tod Liseas beweint habe, worauf sie natürlich keine Antwort geben kann. Ihm möchte sie jedoch sagen, dass sie ihn liebe. Da sie sich nicht traut, findet sie aber nicht die richtigen Worte und geht schließlich davon.
Tamese beschließt, sich Arsilda und Cisardo gegenüber zu offenbaren. Als Arsilda auftritt, fragt er sie, ob sie ihren “Gatten” wirklich liebe. Sie, die Lisea immer noch für Tamese hält, bekennt, dass sie “ihn” noch mehr als sich selbst liebe und auch über seinen Tod hinaus lieben werde. Da bekennt er ihr, dass er der wahre Tamese ist und ihr “Gatte” seine Schwester. Sie solle sich an Cisardo um Hilfe wenden. Arsilda schwankt noch, ob sie das glauben soll, aus Angst Verräterin zu werden. Doch er betont noch einmal seine Identität. Dann geht er und lässt Arsilda zweifelnd zurück.
Als auch sie gegangen ist, tritt Cisardo auf. Er hat das Gespräch der beiden mitgehort. Er ist erschrocken. Was soll er nun tun?
Abschließend tritt auch noch Nicandro allein auf. Was ihm (der vermeintliche) Tamese auch offenbare, die Freundschaft bleibe die gleiche.
Lisea kommt – jetzt in Frauenkleidern –, setzt sich auf einen Stein und erwartet Barzane. Dieser tritt ein und erstarrt: “Sie lebt!” Sie tut so, als erkenne sie ihn nicht. Er stellt sich als Barzane vor und bittet um Vergebung. Sie wirft ihm Treulosigkeit, Grausamkeit und Betrug vor. Auf ihre geheuchelte Frage, wer ihm das Geheimnis verraten habe, nennt er ihren Bruder. Dann will er wissen, warum sie das Gerücht von ihrem Tod verbreitet habe und was er nun tun solle. Sie trägt ihm auf, ihrem Bruder zu erklären, dass er sie heiraten und auf Arsilda verzichten wolle. Er will es sofort tun und verspricht ihr, lieber zu sterben, als sie noch einmal zu verraten, dann eilt er fort.
Lisea fragt sich nun, wie sie in Zukunft beide Rollen spielen kann.
Nicandro, der Tamese noch nicht erkannt hat, lobt die Tapferkeit des Jünglings. Er sagt ihm, dass er eines Königs würdig sei und Tamese erkennt, dass er nicht mehr länger zögern darf. Nicandro hofft, dass der besiegte Barzane nach der Hochzeit einen Frieden anbieten werde. Er geht.
Nun tritt Mirinda auf. Sie hat ihre Meinung in Bezug auf die Liebe geändert und versucht wieder mit Umschreibungen Tamese ihre Liebe zu erklären.
Nach ihrem Abgang kommt Cisardo. Er sagt Tamese, dass er hier den “falschen” König erwarte. Er solle Geduld haben. Er werde ihm, dem echten König, seine Treue beweisen. Tamese zieht sich zurück
Dann erscheint Lisea (wieder in Männerkleidung) mit Soldaten. Cisardo fordert, dass er mit ihr allein sprechen müsse. Sie schickt also die Soldaten weg. Dann fragt er sie, ob Lisea wirklich tot sei. Sie versucht, sich heraus zu reden. Da erklärt er ihr frank und frei, dass sie lebt und dass sie es selbst sei. Nun leugnet sie nicht mehr und bittet um Hilfe. Da berichtet er ihr auch, dass der echte Tamese lebt. Sie ist glücklich. Er verspricht ihr, die Sache zu bereinigen, und geht.
Barzane tritt auf und fragt den vermeintlichen Tamese, ob er seine Schwester gesehen habe. Er bittet “ihn”, seine Schwester heiraten zu dürfen und bietet Frieden an. Diese Erlaubnis erteilt Lisea natürlich mit Freuden. Befriedigt geht Barzane davon.
Lisea kann nun Arsilda, die als Nächste auftritt, die freudige Mitteilung machen, dass ihr langes Warten auf die Hochzeit vorbei sei. Sie werde diese nun mit großem Pomp vorbereiten. Arsilda, die inzwischen weiß, dass Lisea nur den Mann gespielt hat, freut sich, dass nun die richtigen Paare zusammenkommen.
Cisardo hält eine Rede, in der er dem versammelten Volk die wahren Verhältnisse erläutert. Dann führt Barzane Lisea in Frauenkleidung, Tamese in königlicher Tracht Arsilda herein.
Lisea fordert ihren Bruder auf, sich auf den Thron zu setzen und äußert ihre Freude, ihren Geliebten an ihrer Seite zu sehen. Tamese bedankt sich bei ihr, wie sie ihm als Frau den Thron bewahrt hat und besteigt mit seiner geliebten Gemahlin den Thron. Alle jubeln ihnen zu.
Die Oper wurde mehrfach überarbeitet. Verschiedene Melodien daraus hat Vivaldi in anderen Opern wiederverwendet. Auch im 21.Jahrhundert wurde sie an verschiedenen Opernhäusern gespielt. Auf Audio-CD gibt es eine Aufzeichnung vom Festival Opera Barga
Auf youtube gibt es Gesamtaufnahmen und Ausschnitte zu hören.
Diese Inhaltsangabe ist nach dem italienischen Originallibretto (gefunden unter KareoLes) erarbeitet.
Die Oper wurde mehrfach überarbeitet. Verschiedene Melodien daraus hat Vivaldi in anderen Opern wiederverwendet. Auch im 21.Jahrhundert wurde sie an verschiedenen Opernhäusern gespielt. Auf Audio-CD gibt es eine Aufzeichnung vom Festival Opera Barga
Auf youtube gibt es Gesamtaufnahmen und Ausschnitte zu hören.
Diese Inhaltsangabe ist nach dem italienischen Originallibretto (gefunden unter KareoLes) erarbeitet.
Kontakt
Telefon: 0178-1069333
Gestaltung Agentur kuh vadis