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WEBBER, Andrew Lloyd: CATS

CATS
Musical in zwei Akten – von Andrew Lloyd Webber (*1948)
Orchestration von Webber und David Cullen
Gesangstexte aus „Old Possum’s Book of Practical Cats“ sowie unveröffentlichtem Material von Thomas Stearns Eliot, Ergänzungen von Trevor Nunn und Richard Stilgoe.
Originalsprache: Englisch.

Uraufführung am 11. Mai 1981 im New London Theatre

Wichtige Mitwirkende der Handlung:
Grizabella
Asparagus, auch Gus, Theater-Kater
Old Deuteronomy
Bombalurina
Munkustrap
Rum Tum Tugger
Demeter
Skimbleshanks
Rumpleteazer
Mungojerrie
Jennyanydots
Mr. Mistoffelees
Jellylorum
Victoria
Jemima
Macavity
Bustopher Jones
Growltiger
Griddlebone
Die Siamesen.

Ort und Zeit der Handlung ist das neuzeitliche London.

Erster Akt.
Nach der Ouvertüre kommt Monkustrap, zweiter Kater in der Katzenhierarchie nach der Aufstellung des weisen Old Deuteronomy, um die Rolle des Erzählers zu übernehmen. Es geht um den jährlichen Jellicle-Ball, zu dem sich die Londoner Katzen auf einer Müllhalde trifft und natürlich um die Wahl der Katze, die in den Katzenhimmel aufsteigen und die Wiedergeburt erleben darf.

Die junge Victoria, die einzige rein weiße Katze in diesem Kreis, eröffnet den Ball. Dann erscheint Jennyanydots, eine mit allen vier Pfoten im Leben stehende Gumbie-Katze; sie schläft zwar den ganzen Tag, weiß aber genau, wo sie in der Nacht die fettesten Mäuse fangen kann. Nun kommt der Auftritt des eigensinnigen Katers Rum Tum Tugger, ein Rock’n-Roll-Freak, den alle weiblichen Katzen anhimmeln, dessen markantester Wesenszug darin besteht, immer das Gegenteil von allem zu tun.

Das genaue Gegenteil wird im nächsten Auftritt deutlich: Er gehört einer wahren Diva, die (bei genauem Hinsehen) allerdings schon in die Jahre gekommen ist, aber immer noch eine gewisse Eleganz auszustrahlen vermag: Grizabellas Glanzzeit liegt wirklich schon lange zurück, aber sie kennt die Welt, seit sie vor vielen Jahren ihren Familien-Clan verließ. Diese zur Schau getragene Weltgewandtheit macht sie den meisten anderen Katzen jedoch suspekt, und sie wenden sich ab – mit Ausnahme der Katzendame Demeter; aber deren Bemühungen, die Abneigung gegen Grizabella abzumildern, fruchten nicht und so zieht die abgehalfterte Katze wieder ab.

Nun tritt der gut im Futter stehende Bustopher Jones auf, ein Dandy-Kater, in feinstem weißen Anzug; seine Kenntnis der Londoner Pubs und Clubs macht ihn zu einer Respektsperson. Jennyanydots, Jellylorum und Bombalurina huldigen ihm sehr beflissen und Bustopher Jones macht Jennynydots schöne Augen.

Mit einem lauten Knall kündigt sich Macavity an, worauf die meisten Ballgäste sofort das Weite suchen. Man kennt Macavity landauf, landab als Schurken, dem man auf keinen Fall im Dunkeln begegnen möchte! Der Auftritt von Mungojerrie und Rumpleteazer, die aus dem feinen South Kensington auf die Müllkippe gekommen sind, glättet die Wogen wieder. Man kann die beiden durchaus als Lebenskünstler bezeichnen, sie haben nämlich keinerlei Probleme damit, sich ihre Nahrung zusammenklauben. Und genau das würde bei der Familie, bei der sie sich einquartiert haben, zu einer wesentlich drastischeren Wortwahl der Charakterisierung führen – das steht fest! Dass die beiden im übrigen auf dreiste Art mit den Cops ihres Bezirks angeregt Konversation betreiben, sagt nicht nur viel über die beiden – auch über die Cops.

Nun hat die Katzenlegende Old Deuteronomy, ein weiser und mehrfach wiedergeborener Kater, seinen entscheidenden Auftritt: er übernimmt sofort die Rolle des „Masters of Ceremonies“ und bestimmt damit auch den weiteren Verlauf des Jellicle-Balls. Sich beim Alten einschmeichelnd erzählen Munkustrap und Rum Tum Tugger von den vielen Leben und den ebenso vielen guten Taten des weisen Patriarchen. Dann muss Munkustrap noch schnell von einem aufregenden Vorfall berichten, nämlich dem erbitterten Streit zwischen zwei rivalisierenden Hundeclans, den Pekinesen und den Pollicles, den die „Great Rumpus Cat“ mit einem Machtwort aber geschlichtet habe.

Plötzlich scheucht die Katzen ein zweiter Knall auf, wieder von dem Schurken Macavity hervorgerufen – was wohl nur ein „Achtung“-Signal sein sollte. Demeter bekommt die Aufgabe zugewiesen, nochmals Grizabella anzukündigen, und die exaltierte Diva stimmt ihren Song „Memory“(Erinnerung) an – und der wird zu einer sehnsüchtigen Suche nach vergangenen Zeiten. Die Katzen suchen alle das Weite…

Zweiter Akt.
Old Deuteronomy und die jüngste der Katzen, Jemima, kommentieren Grizabellas Gesang mit der seit Generationen währenden Suche nach dem Glück. Jemima animiert sogar alle Katzen, den Song „Memory“ anzustimmen und Grizabella bestätigt zufrieden mit der pathetischen Wiederholung ihrer Sentenz alles Gesagte.

Ein alter, grauer, hagerer Kater erscheint – es ist Gus (oder auch Asparagus), der Theater-Kater, ein Haudegen, der stets am Bühneneingang lauert. Jellylorum beschreibt ihn genau, und er springt ihr mit sarkastischen Äußerungen, großes Eigenlob betreibend, bei, indem er genau berichtet, was er in der Theaterwelt so alles bewirkt haben will, und dass die jetzige Zeit auch die beste sei.

Die Szene wechselt blitzschnell und das Publikum erfährt die Geschichte von Growltiger (den der verkleidete Gus mimt), und seiner Geliebten Griddlebone (den die ebenfalls verkleidete Jellylorum darstellt), und deren größten Feinden, den Siamesen, die die beiden beim Têtê-à-têtê überraschen. Griddlebone gelingt es, frühzeitig entkommen, Growltiger aber erwischt es. Das erregt unter den Katzen kein Mitleid, denn das Ende der grausamen Katze, die alle Welt in Angst und Schrecken versetzte, ist hier kein Anlass zur Trauer, wohl aber zu einem Freudengesang über das Ende des vermaledeiten Growltiger. Gus jedoch, jetzt wieder ohne Verkleidung, bekennt, dass das Theater auch „nicht mehr das ist, was es einmal war“ und geht ab.

Im Eiltempo wird nun die Geschichte von Skimbleshanks erzählt, einem (wenn man so will) Eisenbahnkater, der immer mit dem Postzug durch England fährt, und der sich dabei um die Mitreisenden kümmert.

Danach rückt mit einem lauten Knall noch einmal die Unterwelt ins Blickfeld, denn dem Gangster Macavity ist es tatsächlich gelungen, Old Deuteronomy zu entführen (die Umstände des Geschehens werden nicht explizit erklärt). Und das ist wirklich ein Problem, denn bisher hat kein Cop, kein Yard-Mitarbeiter, jemals den mysteriösen Gangsterkater an einem Tatort gesehen – Macavity entzieht sich einfach jedem Blick!

Bombalurina und Demeter geben singend ihre Kenntnisse über Macavity zum Besten – der plötzlich, als Old Deuteronomy verkleidet, auf der Bildfläche erscheint. Demeter erkennt ihn sofort und es kommt zu einem Kampf zwischen ihm und den Katzen, den er angesichts der Übermacht nicht bestehen kann und (nicht überraschend) plötzlich, seiner Art gemäß, spurlos verschwunden ist.

Hier schaltet sich Rum Tum Tugger ein und lobt in höchsten Tönen den pechschwarzen, diabolischen Zauberkater Mr. Mistoffelees, der mit seinem teuflischen Geschick bei der Befreiung von Old Deutoronomy helfen könnte. Und tatsächlich gelingt Mr.Mistoffelees die Befreiung des Katzennestors mit einem Zaubertrick. Dafür lobt der Geheimnisvolle sich aber auch wie ein Marktschreier selbst!

Aber nun ist keine Verzögerung mehr erlaubt, denn die Jellicle-Wahl steht, am Ende des Balls, auf dem Programm und es ist die Aufgabe von Old Deuteronomy, das Prozedere zu leiten. Jemima und Munkustrap kündigen zwar die Wahl an, werden aber von Grizabella unterbrochen, die noch einmal den letzten Teil ihres Songs „Memory“ vorträgt. Als sie abgehen will, hält sie Victoria mit derart berührenden Worten zurück, dass alle Katzen voll Rührung sie wieder in ihren Kreis aufnehmen. Old Deuteronomy aber wählt Grizabella jetzt aus, um zum „Heaviside Layer“ aufzusteigen. Zum guten Schluss resümiert der weise Alte das bisher Erlebte und appelliert an die menschlichen Zuschauer, Katzen nicht als bloßes Spiel- und Spaßobjekt anzusehen, sondern sie mit Delikatessen zu füttern und ihnen den nötigen Respekt zu gewähren.

Anmerkungen:
Schon das Kind Andrew Lloyd Webber fand an den in England populären Geschichten aus „Old Possums Katzenbuch“ von T. S. Eliot Gefallen; nach eigenen Worten beeindruckte ihn die „außergewöhnliche Melodik“ der Verse. Viele Jahre später vertonte Webber mehrere Episoden aus dem erfolgreichen Kinderbuchklassiker und formte sie zu einer fortlaufend gestalteten Handlung – und am Ende hatte er mit CATS das bis heute erfolgreichste Musical komponiert.

Die enthusiastisch gefeierte Uraufführung fand 1981 im New London Theatre statt, erhielt zahlreiche Auszeichnungen (darunter den „Laurence Oliver Award“, drei „Drama Desk Awards“ und sieben „Tony Awards“), und war, nach London, auch am Broadway ein Riesenerfolg. In London wurde es am 11. Mai 2002 nach 9000 Vorstellungen abgesetzt. Weltweit haben mehr als 65 Millionen Menschen CATS gesehen. Im deutschsprachigen Raum hat es von Hamburg über Dresden bis Stuttgart, auch in Basel, viele Zuschauer in seinen Bann gezogen.

Die Analyse der Musik durch Thomas Siedhoff (Handbuch des Musicals) ist lesenswert: Es handelt sich nach seiner Meinung um eine „alles andere als innovative Komposition“, eher „einem Amalgam unterschiedlicher stilistischer Ansätze“, dessen Realisation kaum anders „als in der von ihren Schöpfern erfundenen, präzise zugeschnittenen Version“ vorstellbar ist. So wird gleich in der Ouvertüre eine „Anleihe bei Joseph Haydn“ ausgemacht, weil der Klassiker, dem Webber folgt, sein Oratorium „Die Schöpfung“ „im tonalen Chaos“ beginnt, und Webber mit einem „Fugato“ und der „Auflösung zur Grundtonart B in Mustern der Rockmusik“ endet. Auch lassen sich Elemente des Oratoriums feststellen, so beispielsweise „das retardierende Zitat aus Händels ‚Messiah‘ im rasanten Tempo der ‚Jellicle-Songs‘ oder die rezitativischen Passagen (…), darunter die ausschließlich von Soloinstrumenten begleitete Evangelisten-Ankündigung ‚Moments of Happiness‘.“ Das berühmte „Memory“ ist „puccinesk“, das in B-Dur beginnt und in Des-Dur endet, damit eine „verblühte Theater-Schönheit“ zeichnend. (Diese Melodie wurde zur „11-o’clock-Nummer“ und ist „keine zufällige Parallele zur Reprise des ‚Don’t Cry for Me, Argentina‘ in ‚Evita’“ von 1978.

Bei den tänzerischen Passagen findet Webber durchaus raffinierte Effekte, doch gibt es „daneben auch ermüdende Ostinati, kompositorische Durststrecken mit langatmigen Sequenzen, simplen Rückungen und vordergründigen Klangeffekten, besonders in der konfektionierten, nicht nur eines Zitats aus Strawinskys ‚Petrouschka‘ halber wie eine Ballettsuite strukturierten Musik zum ‚Jellicle-Ball’“. Die Anleihen aus dem „Arsenal der Oper“ beginnt mit der Figur des Old Deuteronomy, einem seriösen Bass, der „dem Sarastro“ gleicht und führt zur Gestalt des Katers Macavity, der stark an Mackie Messer erinnert. Seine Erkennungsmelodie (ähnlich populär geworden wie „Memory“) könnte „aus der Feder John Gays und Christopher Pepuschs entsprungen“ sein (dto. Siedhoff).

Anmerkungen:
Schon das Kind Andrew Lloyd Webber fand an den in England populären Geschichten aus „Old Possums Katzenbuch“ von T. S. Eliot Gefallen; nach eigenen Worten beeindruckte ihn die „außergewöhnliche Melodik“ der Verse. Viele Jahre später vertonte Webber mehrere Episoden aus dem erfolgreichen Kinderbuchklassiker und formte sie zu einer fortlaufend gestalteten Handlung – und am Ende hatte er mit CATS das bis heute erfolgreichste Musical komponiert.

Die enthusiastisch gefeierte Uraufführung fand 1981 im New London Theatre statt, erhielt zahlreiche Auszeichnungen (darunter den „Laurence Oliver Award“, drei „Drama Desk Awards“ und sieben „Tony Awards“), und war, nach London, auch am Broadway ein Riesenerfolg. In London wurde es am 11. Mai 2002 nach 9000 Vorstellungen abgesetzt. Weltweit haben mehr als 65 Millionen Menschen CATS gesehen. Im deutschsprachigen Raum hat es von Hamburg über Dresden bis Stuttgart, auch in Basel, viele Zuschauer in seinen Bann gezogen.

Die Analyse der Musik durch Thomas Siedhoff (Handbuch des Musicals) ist lesenswert: Es handelt sich nach seiner Meinung um eine „alles andere als innovative Komposition“, eher „einem Amalgam unterschiedlicher stilistischer Ansätze“, dessen Realisation kaum anders „als in der von ihren Schöpfern erfundenen, präzise zugeschnittenen Version“ vorstellbar ist. So wird gleich in der Ouvertüre eine „Anleihe bei Joseph Haydn“ ausgemacht, weil der Klassiker, dem Webber folgt, sein Oratorium „Die Schöpfung“ „im tonalen Chaos“ beginnt, und Webber mit einem „Fugato“ und der „Auflösung zur Grundtonart B in Mustern der Rockmusik“ endet. Auch lassen sich Elemente des Oratoriums feststellen, so beispielsweise „das retardierende Zitat aus Händels ‚Messiah‘ im rasanten Tempo der ‚Jellicle-Songs‘ oder die rezitativischen Passagen (…), darunter die ausschließlich von Soloinstrumenten begleitete Evangelisten-Ankündigung ‚Moments of Happiness‘.“ Das berühmte „Memory“ ist „puccinesk“, das in B-Dur beginnt und in Des-Dur endet, damit eine „verblühte Theater-Schönheit“ zeichnend. (Diese Melodie wurde zur „11-o’clock-Nummer“ und ist „keine zufällige Parallele zur Reprise des ‚Don’t Cry for Me, Argentina‘ in ‚Evita’“ von 1978.

Bei den tänzerischen Passagen findet Webber durchaus raffinierte Effekte, doch gibt es „daneben auch ermüdende Ostinati, kompositorische Durststrecken mit langatmigen Sequenzen, simplen Rückungen und vordergründigen Klangeffekten, besonders in der konfektionierten, nicht nur eines Zitats aus Strawinskys ‚Petrouschka‘ halber wie eine Ballettsuite strukturierten Musik zum ‚Jellicle-Ball’“. Die Anleihen aus dem „Arsenal der Oper“ beginnt mit der Figur des Old Deuteronomy, einem seriösen Bass, der „dem Sarastro“ gleicht und führt zur Gestalt des Katers Macavity, der stark an Mackie Messer erinnert. Seine Erkennungsmelodie (ähnlich populär geworden wie „Memory“) könnte „aus der Feder John Gays und Christopher Pepuschs entsprungen“ sein (dto. Siedhoff).

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