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Württembergisches Kammerorchester Heilbronn

Württembergisches Kammerorchester Heilbronn

Das Württembergische Kammerorchester Heilbronn (WKO) zählt zu den international renommierten deutschen Kammerorchestern. Das in Heilbronn beheimatete Kammerorchester wurde 1960 von Jörg Faerber gegründet. Chefdirigent des Orchesters ist seit 2024 Risto Joost,[1] Intendantin ist Katrin Kirsch.[2]

Geschichte

Gegründet und zu internationalem Format geformt wurde das Orchester von Jörg Faerber, der seit der Gründung des Orchestervereins Heilbronn e. V. am 8. November 1960 mehr als 40 Jahre die Leitung innehatte. Bald umbenannt in Kammerorchester Heilbronn, absolvierte das Orchester im Januar 1961 sein erstes Konzert im Stuttgarter Gustav-Siegle-Haus und kurz darauf das erste Konzert in Heilbronn in der Festhalle Harmonie. Im Herbst 1961 wurde die erste Reihe von Mietkonzerten (Abonnementkonzerten) eröffnet. Im Frühjahr 1962 wurde das Orchester in Württembergisches Kammerorchester Heilbronn umbenannt.

Im Jahr 1974 absolvierte das Orchester seine erste Amerika-Tournee mit Maurice André als Solisten. 1979 folgten die ersten Russland- und Fernost-Tourneen. 1981 nahm das WKO erstmals an den Sommerkonzerten auf Schloss Neuschwanstein teil, 1982 bei den Musikfestspielen in Montreux. 1985 spielte das Orchester im Plenarsaal des Deutschen Bundestags in Bonn.

1991 begann die Zusammenarbeit des Orchesters mit der Kreissparkasse Heilbronn für die Kammermusikreihe Unter der Glaspyramide im Veranstaltungsbau der Bank. Seitdem erschienen zahlreiche Mitschnitte der Konzertreihe auf CD.

Seit 2003 spielt das Orchester regelmäßig Neujahrskonzerte. 2005 begann eine Kooperation mit dem Theater Heilbronn, indem das Orchester für 11 Vorstellungen die Musik zum Mozart-Operngastspiel Idomeneo des Staatstheaters Oldenburg spielte. 2007 fanden erstmals Konzerte der Reihe redblue meets klassik im redblue-Veranstaltungszentrum der Handelskette Intersport statt. Die mit Klassik in legerem Ambiente begonnene Reihe wird inzwischen um Kooperationen des Orchesters mit Jazz– oder Comedy-Interpreten ergänzt.

International übernahm das Orchester im Jahr 2007 die Eröffnung des neuen Festivals Dias de Música em Belém in Lissabon. 2008 spielte es bei der Eröffnung des Festivals La Folle Journée in Nantes. 2013 absolvierte das Orchester seine erste Tournee durch China. Im selben Jahr begann eine zweite Abonnementkonzertreihe in Ulm. In der Saison 2018/19 war das WKO Porträt-Orchester der Konzertreihe Wiener Klassik München und absolvierte vier Gastspielauftritte im Herkulessaal.[3]

Das Orchester arbeitete mit zahlreichen bekannten Solisten zusammen wie unter anderem Martha ArgerichMaurice AndréAlfred BrendelRudolf BuchbinderGautier CapuçonGiora FeidmanJulia FischerJuan Diego FlórezJames GalwayEvelyn GlennieHilary HahnMargarita HöhenriederSharon KamGidon KremerKatia & Marielle LabèqueMischa Maisky, Sebastian Manz, Sabine MeyerWolfgang MeyerNils Mönkemeyer, Johannes Moser, Viktoria MullovaAnne-Sophie MutterSergei NakariakovChristiane OelzeAlice Sara OttIvo PogorelichThomas QuasthoffMaxim RysanovChristine Schäfer, Emmanuel Tjeknavorian, Daniel Müller-SchottIsabelle van KeulenFrank Peter Zimmermann und Tabea Zimmermann.

Programm

In Heilbronn führt das Württembergische Kammerorchester jährlich einen zehnteiligen Zyklus von Abonnementkonzerten auf. Hinzu kommen jährlich fünf Abonnementkonzerte in Ulm. Zudem führen die Musiker seit über 20 Jahren in Eigenregie die von der Kreissparkasse Heilbronn veranstaltete Kammermusikreihe Unter der Pyramide mit jährlich etwa neun Konzerten durch. Seit 2019 werden regelmäßig Lunchkonzerte veranstaltet, welche nach dem Konzert ein passendes Mittagessen für die Konzertbesucher bieten. Die App Wolfgang wird als Konzertbegleiter im Münchner Herkulessaal eingesetzt. Im Mittelpunkt der 17 Open-Air-Veranstaltungen auf der Bundesgartenschau 2019 stand ein breit gefächertes Programm von Barock und Klassik (La finta Giardiniera) über Musikkabarett (Beckmann-Grieß) und Jazz & Klassik (Obi Jenne Trio) bis hin zu Mendelssohn Bartholdys Sommernachtstraum in der Version von Franzobel, inszeniert vom Licht-Kunst-Trio Blauwe Uur.

Spielorte

Die Abonnementkonzerte des Württembergischen Kammerorchester Heilbronn finden in der Festhalle Harmonie in Heilbronn statt. Dort verfügt das WKO auch über Probe- und Verwaltungsräume. Ein weiterer regelmäßiger Spielort in Heilbronn ist der Veranstaltungsraum im Hauptgebäude der Kreissparkasse Heilbronn. In Ulm spielt das Orchester seine Konzerte im Kornhaussaal des Kornhauses.

Zudem gibt das Kammerorchester regelmäßig Gastspiele im In- und Ausland mit Auftritten zum Beispiel in der Londoner Royal Albert Hall, im Moskauer Konservatorium, im Pariser Théâtre des Champs-Elysées, im Wiener Musikverein oder im Concertgebouw Amsterdam. Tourneen führten unter anderem durch Korea, Kambodscha und China.

Musikvermittlung

Das Orchester engagiert sich in der Musikvermittlung zur Förderung junger Menschen. Regelmäßig werden Kinder- und Jugendprojekte für Heilbronn durchgeführt, wie beispielsweise Schüler- und Kindergartenkonzerte sowie Angebote für Familien. Die Schülerkonzerte werden moderiert von Juri Tetzlaff[4], bekannt durch den Fernsehsender KIKA. Seit 2008 ist das WKO Patenorchester des Jungen Kammerorchesters Stuttgart.

Chefdirigenten

Diskografie (Auswahl)

Für die Deutsche Grammophon-GesellschaftTeldec und EMI spielte das Orchester über 500 Werke ein.

  • Johann Sebastian Bach. Mit James Galway, Flöte; Ursula Dütschler, Cembalo; Rainer Wolters, Violine; Jörg Faerber, Dirigent (BMG; 1987)
  • Johann Joachim Quantz. Mit James Galway, Flöte; Jörg Faerber, Dirigent (BMG; 1989)
  • Carl Philipp Emanuel Bach. Mit James Galway, Flöte; Jörg Faerber, Dirigent (BMG; 1989)
  • Franz Danzi. Mit James Galway, Flöte; Sabine Meyer, Klarinette; Jörg Faerber, Dirigent (BMG; 1994)
  • Schostakowitsch & Haydn Klavierkonzerte. Mit Martha Argerich, Klavier; Guy Touvron, Solo-Trompete; Jörg Faerber, Dirigent (Deutsche Grammophon; 1995)
  • Mozart Violin Concertos. Mit Frank Peter Zimmermann, Violine; Jörg Faerber, Dirigent (EMI Classics; 1996)
  • Mozart Arias. Mit Thomas Quasthoff, Bass/Bariton; Jörg Faerber, Dirigent (BMG; 1997)
  • Harald Genzmer. Mit Margarita Höhenrieder, Klavier; Guy Touvron, Trompete; Jörg Faerber, Dirigent (Thorofon; 2001)
  • Melodies for Percussion. Mit Babette Haag, Percussion; Ruben Gazarian, Dirigent (Animato; 2005)
  • Haydn Trumpet Concertos. Mit Wolfgang Bauer, Trompete; Ruben Gazarian, Dirigent (MDG; 2006)
  • Chopin. Mit Yeol Eum Son, Klavier; Ruben Gazarian, Dirigent (Universal; 2008)
  • Dmitri Schostakowitsch Kammersymphonien. Ruben Gazarian, Dirigent (Bayer Records; 2008)
  • Hertel Trumpet Concertos. Mit Wolfgang Bauer, Trompete; Christian Wetzel, Oboe; Ruben Gazarian, Dirigent (MDG; 2008)
  • Peter I. Tschaikowsky. Ruben Gazarian, Dirigent (Bayer Records; 2008)
  • Oboe Cosmopolitano. Mit Lajos Lencsés, Oboe; Ruben Gazarian, Dirigent (Bayer Records; 2009)
  • Flight of the Double B. Mit Minje Sung, Kontrabass; Inja Choi, Klavier; Ruben Gazarian, Dirigent (Deutsche Grammophon; 2009)
  • Beethoven – Sinfonien Nr. 1–9. Ruben Gazarian, Dirigent (Bayer Records; 2010)
  • Simply Strings. Ruben Gazarian, Dirigent (Bayer Records; 2010)
  • preghiera. Mit Richard Yongjae O’Neill, Viola; Christopher Park, Klavier; Ruben Gazarian, Dirigent (Deutsche Grammophon; 2011)
  • W.A. Mozart – Flötenkonzerte. Mit Gaby Pas-Van Riet, Flöte; Cristiana Bianchi, Harfe; Ruben Gazarian, Dirigent (Bayer Records; 2011)
  • Sharon Kam: Opera! Mit Sharon Kam, Klarinette; Zohar Lerner, Violine; Ruben Gazarian, Dirigent (Berlin Classics; 2012)
  • Johann Molter: Trumpet and Clarinet Concertos. Mit Wolfgang Bauer, Trompete; Martin Spangenberg, Klarinette; Ruben Gazarian, Dirigent (Coviello Classics; 2012)
  • Schubertiade – Franz Schubert: Sinfonie Nr. 7 „Unvollendete“; Sinfonie Nr. 8 „Große“. Ruben Gazarian, Dirigent (WKO; 2012)
  • Wagner / Bruckner: Sigfried-Idyll & Streichquintett in F-Dur. Ruben Gazarian, Dirigent (Bayer Records; 2012)
  • Armenian Classic. Mit Vardan Mamikonian, Klavier; Peter Hartmann, Pauke; Ruben Gazarian, Dirigent (Bayer Records; 2013)
  • Felix Klieser: Horn Concertos. Mit Felix Klieser, Horn; Ruben Gazarian, Dirigent (Berlin Classics; 2014)
  • One Night in Amsterdam – WKO live at the Concertgebouw. Ruben Gazarian, Dirigent (WKO; 2015)
  • Linus Roth: Wartime Consolations. Mit Linus Roth, Violine; José Gallardo, Klavier; Ruben Gazarian, Dirigent (Challenge Records; 2015)
  • Kolja Blacher: Bernstein Haydn. Mit Kolja Blacher, Violine und Leitung (Coviello Classics; 2016)
  • Kathrin Christians: Kathrin Christians. Mit Kathrin Christians, Flöte; Ruben Gazarian, Dirigent (hänssler Classics; 2016)
  • Asya Fateyeva: Bachiana. Mit Asya Fateyeva, Saxophon; Ruben Gazarian, Dirigent (Berlin Classics; 2016)
  • Andreas N. Tarkmann: »Die Prinzessin auf der Erbse« / »Der Mistkäfer« für Sprecher und Kammerorchester. Mit Juri Tetzlaff, Sprecher; Kinderchor der Oper Stuttgart; Ruben Gazarian, Dirigent (Coviello Classics; 2016)
  • Daniel Röhn: The Golden Violin. Mit Daniel Röhn, Violine; Mario Stefano Pietrodarchi, Bandoneon; Case Scaglione, Dirigent (Berlin Classics; 2018)
  • Asya Fateyeva: Carneval. Mit Asya Fateyeva, Saxophon; Arno Bornkamp, Saxophon; Monet Quintett; Ruben Gazarian, Dirigent (Berlin Classics; 2018)
  • Valentin Radutiu: Cello Concertos. Mit Valentin Radutiu, Violoncello; Ruben Gazarian, Dirigent (hänssler Classics; 2018)
  • Father Copland. Mit Wolfgang Bauer, Trompete; Sebastian Manz, Klarinette; Céline Moinet, Englischhorn; Case Scaglione, Dirigent (Berlin Classics; 2019)
  • Matyas Seiber: Streicherwerke. Mit Nina Karmon, Violine; Oliver Triendl, Klavier; Levente Török, Leitung (hänssler Classic; 2021)
  • Piazzolla 100. Mit Rudens Turku, Violine; Oliver Schnyder, Klavier; Karel Craayenhof, Bandoneon; Benjamin Nyffenegger, Violoncello; Dominik Wagner, Kontrabass (Prospero, 2021)
  • Giovanni Bottesini: Revolution of Bass. Mit Dominik Wagner, Kontrabass; Jeremias Fliedl, Violoncello; Benjamin Schmid, Violine; Ursula Langmayr, Sopran; Can Çakmur, Klavier; Emmanuel Tjeknavorian, Dirigent (Berlin Classics; 2021)
  • Nikolai Kapustin. Mit Rosanne Philippens, Violine; Case Scaglione, Dirigent (Capriccio; 2021)
  • Bach Unbuttoned. Mit Ana de la Vega, Flöte; Ramón Ortega Quero, Oboe; Alexander Sitkovetsky, Geige; Cyrus Allyar, Trompete; Johannes Berger, Cembalo (Pentatone; 2021)
  • Transformation. Mit Jeremias Fliedl, Violoncello; Emmanuel Tjeknavorian, Dirigent (Berlin Classics, 2024)[6]

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R. Schumann: Sinfonie Nr. 2
M. Mussorgsky: Bilder einer Ausstellung. Version für Jazztrio und Kammerensemble von Y. Gottfried
Virtuosität in Aktion: Highlights aus Kapustins Konzert für Klavier und Orchester Nr. 4 op. 56

https://www.youtube.com/watch?v=Tq4Cc6LLNEQ&list=PLsKZoPxuVt1IYf226tUekiQ3CkMB7RwUi

Wolfgang Kaercher hat auf diesen Beitrag reagiert.
Wolfgang Kaercher
"Ein Tag ohne Musik ist ein verlorener." Peter Schreier

Lieber André.

es ist interessant, kulturell und historisch verdienstvoll, dass Du die Geschichte und Entwicklung des international renommierten Württembergischen Kammerorchesters  Heilbronn  („WKO“) so ausführlich und vor allem stimmend im Forum eingestellt hast.

Zur kompletten Darstellung muss die Gründung des WKO im Rahmen der Musikentwicklung der Region Heilbronn in der Nachkriegszeit aufgezeigt  werden, zumal ich, Hans der Sängerfreund, mit dieser Epoche eng verbunden bin.

Heilbronn war eine der am stärksten zerstörten Städte. Auch das Stadttheater war davon schwer betroffen.  Beschädigt erhalten geblieben ist nur   die wundervolle Jugendstilfassade und einige kaum nutzbare Räumlichkeiten. Der gesamte Bühnenbereich war restlos zerstört. Später wurde die restaurierbare Jugendstilfassade gesprengt. Aus heutiger Sicht ein kultureller Frevel.

Trotz aller Schwierigkeiten und Hindernisse war der Wille und die Liebe zur Musik so stark, dass man einen Neuanfang wagte. Unter Leitung des ehemaligen musikalischen Oberleiters des Heilbronner Stadttheaters, Dr. Ernst Müller, gründeten Musiker des einstigen Theaterorchesters mit  anderen im Großraum Heilbronn verfügbaren Berufsmusikern ein Theater- und Konzertorchester. Der Start war äußerst schwierig: Ungeeignete Probenräume, keine funktionierende Heizung, Kisten  als Sitzgelegenheit, Noten, die von Hand geschrieben werden mussten. Alle Hürden wurden überwunden. Am 5. November 1948 erklangen in der Kantine der Firma Knorr Schuberts 6. Sinfonie und Beethovens 2. Die Konzerte waren übrigens von Beginn an ausverkauft. Noch eine bezeichnende Anekdote: Damit geheizt werden konnte sollt jeder Besucher ein Brikett zum Konzert mitbringen. Ob ich selbst beim ersten Konzert dabei war lässt sich nicht  mehr klären. Es steht allerdings fest, dass ich als Jugendlicher Konzerte der 1. Spielzeit besucht habe. Das heißt, ich habe 77 Jahre Verbindung zum Heilbronner Musikleben.

Bereits 1948 unterstützte der Heilbronner Gemeinderat das Orchester mit einem monatlichen Zuschuss von DM 1.500.–.Bald wurde das Orchester seiner Hauptaufgabe entsprechend in „Heilbronner Symphonieorchester“ umbenannt. Eine ständige Konzertreihe wurde  eingerichtet. Ziel war monatlich ein Abonnementkonzert zu veranstalten. Auf dem Programm stand  schwerpunktmäßig das sinfonische Kernprogramm bis hin zu Bruckner und Wagner.

Obwohl der städtische Zuschuss bis auf DM einhundertzwanzigtausend erhöht wurde war die Finanzierung für die steigenden Ansprüche immer wesentlich zu knapp. Deshalb ergriffen führende Musiker des Heilbronner Symphonieorchesters die Initiative, um ein Kammerorchester zu gründen. Es gelang ihnen den jungen, dynamischen Jörg Faerber als Dirigent und Geschäftsführer zu gewinnen, der am Kleinen Theater  in Heilbronn tätig war. Wie sich bald herausstellte ein Glücksgriff für das im Jahr 1960 als Verein gegründete Württembergische Kammerorchester Heilbronn. Das sofort mit glänzendem Erfolg  auch überörtlich konzertierte.

Ab diesem Zeitpunkt zwei Orchester gab es zwei Orchester in Heilbronn. Was tut ein Gemeinderat. Er trifft die salomonische Entscheidung den städtischen Zuschuss von DM 120.000 fair zu teilen. Das bedeutete 60.000 DM für jedes Orchester. Für das klein besetzte Württembergische Kammerorchester genug um am Anfang leben zu können. Für das Symphonieorchester zu viel um sofort zu sterben.

Die verbliebenen Musiker des Heilbonner Symphonieorchesters verpflichteten mit Helmut M. Reger, einem Nachfahren des großen Komponisten, eine versierten Orchesterleiter, der das inzwischen umbenannte Heilbronner Sinfonie Orchester  (HSO) anschließend 10 Jahre lang mit Erfolg  und steigenden Besucherzahlen und Einspielergebnissen leitete.

Das  WKO setzte seinen internationalen Erfolgsweg mit Jörg Faerber konsequent fort. Trotz der Erfolge war die Situation mit zwei Orchestern für die Stadt Heilbronn unbefriedigend. Daraus entstand die Forderung sich auf einen Klangkörper zu einigen. Ein Zusammenschluss beider Orchester gelang nicht .

Es entwickelte sich ein mehrjähriger heftiger Streit um die Alleinstellung und den Zuschuss. Der „Heilbronner Orchesterkrieg“ war so heftig, dass er bundesweite Beachtung fand. Das Heilbronner Publikum und der Gemeinderat waren in zwei Lager gespalten, die sich heftig bekriegten.

Inzwischen wurde im Jahr 1962 das Heilbronner Sinfonie Orchester auf Anregung der Stadt ebenfalls in einen Verein umgewandelt.  Als Erster Vorsitzender wurde Hans A. Hey gewählt. ( Blicke ich heute auf diese Zeit zurück, dann war es Wahnsinn, dass ein 28 Jahre alter, kleiner Angestellter ohne gesellschaftlichen Hintergrund diese Verantwortung übernommen hat.) Aber es ging mit 2 Orchestern weiter. Übrigens führte ich das Heilbronner Sinfonie Orchester danach 45 Jahre. Also kann die Wahl des   Jungspunds nicht ganz so falsch gewesen sein.

Im Jahr 1963 wurde der über Jahre dauernde Orchesterkrieg endgültig entschieden. Dem WKO wurde mit einer Stimme Mehrheit m Gemeinderat der Zuschuss in Höhe  von 125,000 DM allein zugesprochen. Das HSO ging leer aus.

Durch die fehlenden Finanzmittel konnte keine Konzertreihe mehr durchgeführt werden.  Es gelang es jedoch jährlich 2 Konzerte zu veranstalten, weil das Publikum seinem Heilbronner Sinfonie Orchester die Treue hielt. Alle Orchestermitglieder verzichteten auf eine Vergütung. Mit den Eintrittsgeldern und Spenden wurde der Orchesterbetrieb finanziert. Der „wilde Hey“ hatte manche schlaflose Nacht. Seine Ingrid machte kostenlos die Geschäftsführung und durch die Gemeinschaftsleitung wurde die Leiche reanimiert.

Der Heilbronner Gemeinderat belohnte diesen Durchhaltewillen des Orchesters, indem er einen Zuschuss von 40.000 DM genehmigte.

Von da an stabilisierte sich die Situation der Klassischen Musik in Heilbronn mit drei Konzertanbietern dem international bedeutenden Württembergischen Kammerorchester, dem Platzhirsch Heilbronner Sinfonie Orchester mit den höchsten Besucherzahlen  und dem Kulturring Heilbronn einem Veranstalter der Ensembles  für seine Konzerte einkauft.

Auch heute noch gilt die Aussage: Das Kammer Orchester  bringt Heilbronn in die große Welt. Der Kulturring bringt  die große Welt nach Heilbronn, die Welt des Sinfonieorchesters ist Heilbronn. Getreu dem Slogan:  Das Heilbronner Sinfonie  Orchester ein Stück  Heilbronn.

 

 

Wolfgang Kaercher hat auf diesen Beitrag reagiert.
Wolfgang Kaercher

:zen:

Alles Liebe
André

"Ein Tag ohne Musik ist ein verlorener." Peter Schreier

Gestaltung Agentur kuh vadis