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Ich habe vor einigen Tagen über ein Oratorium von Johann Michael Haydn geschrieben. Ein weiterer Musiker, der mir bisher nur im Zusammenhang mit Joseph Haydn vom Namen her bekannt war, dessen Musik ich jedoch bisher noch nie gehört habe, ist mir mit der Musik zu einem Oratorium jetzt näher bekannt geworden: Gregor Joseph Werner. Und sein Oratorium trägt den Titel «Der gute Hirt». Den Text zu diesem Werk schrieb er sich wahrscheinlich selbst, denn in erhaltenen Unterlagen wird kein anderer Librettist genannt.
Dieses Werk wurde im Karfreitagsgottesdienst in der Schlosskapelle zu Eisenstadt, dem Sitz der reichen Adelsfamilie Esterházy, am 28 März 1739, uraufgeführt. Solisten, Purcell-Choir und das Orfeo Orchestra unter der Leitung von György Vashegyi haben Werners Oratorium im Januar 2019 in der Großen Halle der Liszt Academy of Music in Budapest aufgenommen und vom Label Accent als Esterházy Music Collection Vol. 2 veröffentlicht. Biografisches zum Komponisten Gregor Joseph Werner kam wahrscheinlich 1716 als Organist an das Stiftsgymnasium Melk (Donau). Ausgebildet, so wird angenommen, wurde er wahrscheinlich von Johann Joseph Fux. Geschäftsbeziehungen zur Druckerei Johann Jakob Lotters in Augsburg, dem Verleger von Leopold Mozarts Violinschule, lassen auch an einen Aufenthalt in Süddeutschland schließen. Ab Mai 1728 war Werner Hofkapellmeister beim Fürsten Esterházy in Eisenstadt. 1761 wurde Joseph Haydn Vizekapellmeister und ab 1762 stand nur noch die Kirchenmusik unter der Leitung Werners, der 39 Jahre älter war als Haydn. Im Jahr darauf Jahr erfolgte die Neuorganisation der Hofkapelle, die in ein Kirchenensemble unter der Leitung Werners und in eine Kammermusik, die auch Opern aufzuführen hatte und Haydn unterstand, geteilt wurde. Das Verhältnis zwischen den beiden Künstlern war allerdings nicht unproblematisch. Der alternde und zunehmende kränkliche Werner blieb in seinen Kompositionen stilistisch dem ausgehenden Barock verhaftet und stand den Ideen und kompositorischen Neuerungen des fast 40 Jahre Jüngeren, der zudem immer mehr Aufmerksamkeit auf sich zog, skeptisch gegenüber. Trotz der Konflikte hat Haydn von Werner stets mit gebührendem Respekt gesprochen, baute nach dessen Vorbild gerne ausgedehnte Finalfugen in seine Werke ein und gab aus Hochachtung vor dem berühmten Meister auch einige Bearbeitungen von dessen Werken heraus. Aus Werners Nachlass gab Joseph Haydn sechs Fugen für Streichquartett bei Artaria in Wien heraus. Er vermerkte auf dem Titelblatt: „Aus besonderer Achtung gegen diesen berühmten Meister“. Bemerkungen zu Werners «Der Gute Hirt» Werner gliedert seine Komposition in 21 nummerierte Sätze, die mit einer Introduktion in langsam-schneller Tempoabfolge eröffnet wird. Das Lämmchen schaukelt zwischen Spaß und Genuss, bis ihm ein Pilger Mores lehrt. Auch in den ausdrucksstarken (wenn auch etwas ausgedehnten) Rezitativen über Gottsuche und Glaubensstärke changiert Werners Oratorium zwischen einem opernhaften und einem angemessenen Musikstil einer Sepolcro-, einer Karfreitagsmusik, für das im Weltgetümmel verstrickte Schaf und der gemessenen Charakterisierung von dessen Fürsorgern. Die in barocker Da-Capo-Manier vertonten Arien kommen manchmal wie ein Stück aus einer opera buffa ans Ohr des geneigten Zuhörers. Der Pilger begegnet auf dem Weg zum Heiligen Grab dem guten Hirten erst in junger und später in gereifter Gestalt. Werner nutzt alle möglichen Instrumentalfarben und auch noch die Raumwirkungen zwischen Altar und Orgelempore. Sein Werk macht eine an sich melancholische Andacht zum überraschend schwerelosen Vergnügen. Das Gleichnis vom verlorenen Schaf bildet, wie schon erwähnt, die Handlung: Ein Pilger trifft auf das verlorene Schaf und den Guten Hirten, der es sucht. Das Libretto zeitigt aber keine eigentliche Handlung auf; die Charaktere bilden keine Persönlichkeit aus. Diese drei Charaktere werden jedoch vier Sänger anvertraut, denn Werner teilt den guten Hirten in zwei Interpreten auf, einen jugendlichen im ersten Teil des Oratoriums, von einem Countertenor gesungen, im zweiten Teil dagegen einem älteren, im Mannesalter singenden Tenor. Peter Barany (Countertenor) geht, wie übrigens auch Zoltan Megyesi (Tenor), voll und ganz in diesen Rollen auf. Im Sinne der damaligen Zeit wird im zweiten Teil dem tenoralen Guten Hirten ein Echo hinzugfügt. Zu den Streichern des Orchesters gesellen sich ein Chalumeau (Urahn der Klarinette), eine überraschende Posaune und ein Fagott, und ein Continuo des Positivs, einem Cembalo und einer dezenten Theorbe. Das Oratorium ist Teil des Spätbarocks, nimmt aber manchmal den galanten Stil vorweg. Die acht Arien sind in traditionellem Ton und obligato da capo vertont. Rezitative gibt es zuhauf, ein Duett, einige Begleitungen, zwei kurze Chöre zum Schluss. Das Werk hat einige schöne Seiten. Die Orchestereinleitung, die intensiv dramatisch an das Ohr des Hörers kommt, die erste Arie des verlorenen Schafs, die die Natur illustriert, nimmt die Atmosphäre von Haydns Jahreszeiten vorweg, die nächste, die dem Pilger anvertraut ist, ist ebenfalls willkommen. Die beiden sehr kurzen Chöre, darunter eine Fuge, die das Werk beschließen, sind verführerisch und zeugen von Werners schriftstellerischen Qualitäten. Trotz des einnehmenden Dirigats und des Engagements von György Vashegi kommt es ohne dramatischen Schwung ans Ohr. Fast die Hälfte des Timings ist eine Erzählung, und das scholastische, auf die Basslinie beschränkte Continuo ist eintönig, außer in den Begleitungen. Agnes Kovacs, mit einer sicheren und farbenreichen Stimme ausgestattet, hat die nötige Frische, um «Das verlorene Schaf» zu singen. Lorant Najbauers Pilgrim kann mich überzeugen. Diese Aufnahme ist ein interessanter Beitrag zur Kenntnis des musikalischen Erbes, das die Esterházys hinterlassen haben, wie auch des unmittelbaren Vorgängers Haydns, und ist mehr ein Dokument der Repertoireerweiterung als die Entdeckung eines vergessenen Meisterwerks. Man kann einige interessante Stellen in Werners Partitur entdecken, aber die langweilig zu nennenden Rezitative ist der gegenteilige Mangel, aber kein Ausgleich zum Instrumentalen- und Arien-Bereich. Ich habe vor einigen Tagen über ein Oratorium von Johann Michael Haydn geschrieben. Ein weiterer Musiker, der mir bisher nur im Zusammenhang mit Joseph Haydn vom Namen her bekannt war, dessen Musik ich jedoch bisher noch nie gehört habe, ist mir mit der Musik zu einem Oratorium jetzt näher bekannt geworden: Gregor Joseph Werner. Und sein Oratorium trägt den Titel «Der gute Hirt». Den Text zu diesem Werk schrieb er sich wahrscheinlich selbst, denn in erhaltenen Unterlagen wird kein anderer Librettist genannt.
Dieses Werk wurde im Karfreitagsgottesdienst in der Schlosskapelle zu Eisenstadt, dem Sitz der reichen Adelsfamilie Esterházy, am 28 März 1739, uraufgeführt. Solisten, Purcell-Choir und das Orfeo Orchestra unter der Leitung von György Vashegyi haben Werners Oratorium im Januar 2019 in der Großen Halle der Liszt Academy of Music in Budapest aufgenommen und vom Label Accent als Esterházy Music Collection Vol. 2 veröffentlicht. Biografisches zum Komponisten Gregor Joseph Werner kam wahrscheinlich 1716 als Organist an das Stiftsgymnasium Melk (Donau). Ausgebildet, so wird angenommen, wurde er wahrscheinlich von Johann Joseph Fux. Geschäftsbeziehungen zur Druckerei Johann Jakob Lotters in Augsburg, dem Verleger von Leopold Mozarts Violinschule, lassen auch an einen Aufenthalt in Süddeutschland schließen. Ab Mai 1728 war Werner Hofkapellmeister beim Fürsten Esterházy in Eisenstadt. 1761 wurde Joseph Haydn Vizekapellmeister und ab 1762 stand nur noch die Kirchenmusik unter der Leitung Werners, der 39 Jahre älter war als Haydn. Im Jahr darauf Jahr erfolgte die Neuorganisation der Hofkapelle, die in ein Kirchenensemble unter der Leitung Werners und in eine Kammermusik, die auch Opern aufzuführen hatte und Haydn unterstand, geteilt wurde. Das Verhältnis zwischen den beiden Künstlern war allerdings nicht unproblematisch. Der alternde und zunehmende kränkliche Werner blieb in seinen Kompositionen stilistisch dem ausgehenden Barock verhaftet und stand den Ideen und kompositorischen Neuerungen des fast 40 Jahre Jüngeren, der zudem immer mehr Aufmerksamkeit auf sich zog, skeptisch gegenüber. Trotz der Konflikte hat Haydn von Werner stets mit gebührendem Respekt gesprochen, baute nach dessen Vorbild gerne ausgedehnte Finalfugen in seine Werke ein und gab aus Hochachtung vor dem berühmten Meister auch einige Bearbeitungen von dessen Werken heraus. Aus Werners Nachlass gab Joseph Haydn sechs Fugen für Streichquartett bei Artaria in Wien heraus. Er vermerkte auf dem Titelblatt: „Aus besonderer Achtung gegen diesen berühmten Meister“. Bemerkungen zu Werners «Der Gute Hirt» Werner gliedert seine Komposition in 21 nummerierte Sätze, die mit einer Introduktion in langsam-schneller Tempoabfolge eröffnet wird. Das Lämmchen schaukelt zwischen Spaß und Genuss, bis ihm ein Pilger Mores lehrt. Auch in den ausdrucksstarken (wenn auch etwas ausgedehnten) Rezitativen über Gottsuche und Glaubensstärke changiert Werners Oratorium zwischen einem opernhaften und einem angemessenen Musikstil einer Sepolcro-, einer Karfreitagsmusik, für das im Weltgetümmel verstrickte Schaf und der gemessenen Charakterisierung von dessen Fürsorgern. Die in barocker Da-Capo-Manier vertonten Arien kommen manchmal wie ein Stück aus einer opera buffa ans Ohr des geneigten Zuhörers. Der Pilger begegnet auf dem Weg zum Heiligen Grab dem guten Hirten erst in junger und später in gereifter Gestalt. Werner nutzt alle möglichen Instrumentalfarben und auch noch die Raumwirkungen zwischen Altar und Orgelempore. Sein Werk macht eine an sich melancholische Andacht zum überraschend schwerelosen Vergnügen. Das Gleichnis vom verlorenen Schaf bildet, wie schon erwähnt, die Handlung: Ein Pilger trifft auf das verlorene Schaf und den Guten Hirten, der es sucht. Das Libretto zeitigt aber keine eigentliche Handlung auf; die Charaktere bilden keine Persönlichkeit aus. Diese drei Charaktere werden jedoch vier Sänger anvertraut, denn Werner teilt den guten Hirten in zwei Interpreten auf, einen jugendlichen im ersten Teil des Oratoriums, von einem Countertenor gesungen, im zweiten Teil dagegen einem älteren, im Mannesalter singenden Tenor. Peter Barany (Countertenor) geht, wie übrigens auch Zoltan Megyesi (Tenor), voll und ganz in diesen Rollen auf. Im Sinne der damaligen Zeit wird im zweiten Teil dem tenoralen Guten Hirten ein Echo hinzugfügt. Zu den Streichern des Orchesters gesellen sich ein Chalumeau (Urahn der Klarinette), eine überraschende Posaune und ein Fagott, und ein Continuo des Positivs, einem Cembalo und einer dezenten Theorbe. Das Oratorium ist Teil des Spätbarocks, nimmt aber manchmal den galanten Stil vorweg. Die acht Arien sind in traditionellem Ton und obligato da capo vertont. Rezitative gibt es zuhauf, ein Duett, einige Begleitungen, zwei kurze Chöre zum Schluss. Das Werk hat einige schöne Seiten. Die Orchestereinleitung, die intensiv dramatisch an das Ohr des Hörers kommt, die erste Arie des verlorenen Schafs, die die Natur illustriert, nimmt die Atmosphäre von Haydns Jahreszeiten vorweg, die nächste, die dem Pilger anvertraut ist, ist ebenfalls willkommen. Die beiden sehr kurzen Chöre, darunter eine Fuge, die das Werk beschließen, sind verführerisch und zeugen von Werners schriftstellerischen Qualitäten. Trotz des einnehmenden Dirigats und des Engagements von György Vashegi kommt es ohne dramatischen Schwung ans Ohr. Fast die Hälfte des Timings ist eine Erzählung, und das scholastische, auf die Basslinie beschränkte Continuo ist eintönig, außer in den Begleitungen. Agnes Kovacs, mit einer sicheren und farbenreichen Stimme ausgestattet, hat die nötige Frische, um «Das verlorene Schaf» zu singen. Lorant Najbauers Pilgrim kann mich überzeugen. Diese Aufnahme ist ein interessanter Beitrag zur Kenntnis des musikalischen Erbes, das die Esterházys hinterlassen haben, wie auch des unmittelbaren Vorgängers Haydns, und ist mehr ein Dokument der Repertoireerweiterung als die Entdeckung eines vergessenen Meisterwerks. Man kann einige interessante Stellen in Werners Partitur entdecken, aber die langweilig zu nennenden Rezitative ist der gegenteilige Mangel, aber kein Ausgleich zum Instrumentalen- und Arien-Bereich.Zwiespältige Neuentdeckung eine Oratoriums
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Gregor Joseph Werner wurde am 28. Januar 1693 in Ybbs an der Donau geboren; er starb am 3. März 1766 in Eisenstadt. Er war der Vorgänger von Joseph Haydn als Hofkapellmeister der Fürstenfamilie Esterházy und der Nachfolger von Wenzel Franz Zivilhofer in dieser Position.
Hintergrund des Oratoriums sind Jesu Gleichnisse vom verlorenen Schaf, jenes über eine verlorene Münze und jener vom verlorenen Sohn, wie sie in Lukas 15 berichtet werden. Die Gemeinde, die damals (1739) im Karfreitagsgottesdienst zusammen kam dürften die Gleichnisse bekannt gewesen sein, denn es war wohl eine Art von Allgemeinwissen des damaligen Publikums.
Gregor Joseph Werner wurde am 28. Januar 1693 in Ybbs an der Donau geboren; er starb am 3. März 1766 in Eisenstadt. Er war der Vorgänger von Joseph Haydn als Hofkapellmeister der Fürstenfamilie Esterházy und der Nachfolger von Wenzel Franz Zivilhofer in dieser Position.
Hintergrund des Oratoriums sind Jesu Gleichnisse vom verlorenen Schaf, jenes über eine verlorene Münze und jener vom verlorenen Sohn, wie sie in Lukas 15 berichtet werden. Die Gemeinde, die damals (1739) im Karfreitagsgottesdienst zusammen kam dürften die Gleichnisse bekannt gewesen sein, denn es war wohl eine Art von Allgemeinwissen des damaligen Publikums.
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