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Die Oper im Barock (etwa ab 1600)

Hier können Opernfreunde Opern aus dem Barock präsentieren.

Wenn das Thema Barockoper angeschnitten wird, kommen sicherlich viele berühmte Namen und Werke auf den Tisch, aber ganz bestimmt nicht Johann Georg Conradi (1645-1699). Von ihm stammt eine Oper über die aus der Antike berühmte Ariadne. Wer aber ist Conradi? Sicherlich haben kaum Musikfreunde von diesem Herrn aus Oettingen jemals gehört. Ich nehme auch mal an, dass nicht allzu viele Lexika ihn nennn, kann aber den interessierten Musikliebhaber auf die kluge Wikipedia verweisen (und kann mir hier doch biografische Details sparen).

Erwähnenswert finde ich, dass Conradi in seiner Zeit als Kapellmeister der Hamburger Oper neun Opern geschrieben hat, von denen zwar die Libretti erhalten geblieben sind, die Musik aber im Orkus der Zeit verschwunden ist – bis auf die hier erwähnte Ariadne.

Wenn man den Repertoirewert dieses Bühnenwerks heranzieht, dann ist diese Ariadne seit ihrer Veröffentlichung auf CD durch das Klassiklabel „cpo“ ein gelungener Schachzug, der die Kritiker allenthalben begeistert hat. Man darf diese Einspielung auch mit Fug und Recht als „Meisterwerk“ bezeichnen, woran die Interpreten ihren großen Anteil haben.

Wer für die Barockoper ein Ohr hat, der sollte diese Mischung aus italienischer, deutscher und französischer Musikprovenienz hören.

Das Durcheiner ist beachtlich: Bacchus liebt Ariadne, Ariadne liebt Theseus, Theseus aber Ariadnes Schwester Phädra. Ein ziemliches Liebesgewirr auf Kreta, das wie Ariadnes roter Faden am Ende ein tröstliches Happy-End ergibt. Conradis Musik ist sehr charmant, weil er italienische und französische Einflüsse mit deutscher Volkstümlichkeit zu kombinieren versteht. Ich will Conradi keinesfalls Genialität zuschreiben, aber er bringt es fertig (mit dem Librettisten, der, wenn ich es richtig verstanden habe, unbekannt geblieben ist) seine Musik Leben einzuhauchen; so setzt er beispielsweise Koloraturarien gezielt ein, wenn die Himmelsebene erreicht wird oder die Gefühle übermächtig werden. Die Vielfalt der Arien gefällt durch ihre schlichte Melodieführung, die sehr innigen Liebesduette und die imposanten Tutti.

Paul O’Dette und Stephen Stubbs haben hier ganze Arbeit geleistet und zwar mit einer beachtlichen Überzeugungskraft. Kennzeichnend ist in dieser Oper der Stilmix: Die Ouvertüre und die Tanzsätze klingen eindeutig nach Lully; viele Arien sind italienischen Vorbildern nachempfunden, manche sind aber schlichte deutsche Lieder. Dieser Stilmix wurde seinerzeit als willkommene Abwechslung goutiert. Den beiden Lautenisten Stubbs und O’Dette als Dirigenten ist es gelungen, alle Schattierungen (hier die hohe Kultur und dort das Rustikale und Deftige) aus der Partitur zu extrahieren. Mich haben alle Interpreten überzeugt;:

 / cpo

Diese Oper von Conradi habe ich seit 2005…..

 

…..es ist seltsam, dass die Aufnahme nicht wieder veröffentlicht wurde, denn sie ist nicht mehr zu bekommen! Ein großer Verlust, aber man kann sie hören aus der Tube….

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Aufgenommen wurde sie bei Radio Bremen im Sendesaal vom 4.-8. Juli 2004 und veröffentlicht von jpc 28.6.2005. Und das mit sehr Namhaften Künstlern, die das ganze äußerst angagiert vortragen, und mit dem Boston Early Music Festival Orchestra, unter der wie immer vortrefflichen Leitung von Paul O’Dette und Stephen Stubbs. Was die beiden schon so alles auf Silberscheiben veröffentlicht haben ist GRANDIOS und lohnenswert zu hören! 

Ich bin der Meinung, versierte Barok Liebhaber kennen ganz bestimmt diese Aufnahme! 

LG tiranno 

 

Ich möchte meinen ersten Beitrag in diesem Thema der Oper aus chronologischer Sicht einstellen. Somit kann man davon ausgehen, dass die Oper aus heutiger Sicht, erwachsen aus der Florentiner Camerata, einem akademischen Gesprächskreis gegen Ende des 16. Jahrhunderts entstanden ist.
Als älteste erhaltene Oper kann Jacopo Peris Euridice (1600) angesehen werden, hier in einer Aufnahme vom Ensemble Arpeggio unter Roberto de Caro:

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Die älteste Oper in meiner Sammlung ist L’Orfeo von Claudio Monteverdi, die 1607 in Mantua uraufgeführt wurde. Ich habe sie in einer Einspielung von Nicolaus Harnoncourt in einer 9-CD-Box, von der auch dieses YT-Video stammt. Erläuternde Texte daraus kann ich erst nach meiner Reha in diesen Beitrag einpflegen:

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Liebe Grüße

Willi

Ich danke dem User tiranno für das Einstellen des Covers; das ist mir nämlich nicht gelungen.
Mit Bedauern habe ich auch festgestellt, dass jpc oder cpo diese hervorragende Einspielung
aus dem Programm gestrichen hat.

Eine andere Oper, mit geistlichem Touch, möchte ich hier erwähnen, nämlich Emilio de’Cavalieris „Rappresentatione di Anima et di Corpo“ aus dem Jahre 1600. Ich war geradezu begeistert, als ich dieses geistliche Werk erstmals bei den Salzburger Festspielen 1969 in der dortigen Kollegienkirche gesehen und gehört habe. Das war für mich etwas ganz anderes, als ich es von den Opern eines Mozart oder Beethoven (um nur diese beiden Komponisten zu erwähnen) kannte. Damals war Ernst Märzendorfer der Dirigent, das Ensemble kann ich heute nicht mehr angeben,weiß aber mit Sicherheit, dass der Bruder von Herbert von K,arajan, Wolfgang , mit seinen Instrumentalisten und die Capella Academica Wien mitwirkten.
Als seinerzeit die Archiv-Prdoduktion der Deutschen Grammophon Gesellschaft das Werk mit Tatjana Troyanos, Hermann Prey, Theo Adam, Kurt Equiluz, Paul Esswood, Teresa Zylis-Gara, Sylvia Geszty, Edda Moser und Arleen Auger (um nur wenige zu nennen) herausbrachte, habe ich sie mir sofort gekauft. Der Dirigent war Charles Mackerras, der das Werk allerdings in einem heute nicht mehr goutierten Stil wiedergab. Ich habe mir später noch einige Aufnahmen angeschafft, die alle dem HIP-Stil verpflichtet warenund in Nuancen voneinder abwichen, denn die Partitur des Komponisten hat sich nicht erhalten. Jeder, der die Oper aufführen will, muss sich also selbst einen Plan machen.
In Duisburg – Deutsche Oper am Rhein – wurde diees geistliche Spiel auch aufgeführt; ich habe damals (das Jahr weiß nich nicht mehr) aus Krankheitsgründen nicht sehen können, was ich sehr bedauert habe.

Cavalieri: Rappresentatione di Anima, et di Corpo    Emilio de' Cavalieri: Rappresentatione di Anima et di Corpo   CAVALIERI: Rappresentatione di Anima e di Corpo

Das sind drei meiner vorhandenen Einspielungen, von denen mir die von Erika Pluhar am Besten gefällt.

Hallo lieber manfred, ich habe es in Frankfurt Juni 2013 szenisch gesehen. Da gab es Ergänzungen von Klaus Lang. Die Musik beginnt mit „fulgar harmoniae I“ des Österreichers *1971. Die drei Akte wurden umrahmt bzw. durch Zwischenspiele unterbrochen. Mir persönlich hat das überhaupt nicht zugesagt, es war ein Auftragswerk der Oper Frankfurt. 

Als Oper würde >ich< es nicht bezeichnen, eher als Vorläufer (Versuch), aber nichts desto trotz ist es ein unglaublich interessantes Werk, das man kennen-(lernen) sollte! 

Ist das eventuell die Aufführung die du gesehen hast? 

Ich habe noch diese Aufnahme….

….mit Longhini, den ich z.B. bei Monteverdi sehr schätze, aaaaber die Aufnahme mit Christina* Pluhar ist allen überlegen. Die Mackerras Aufnahme ist schon lange nicht mehr in meinem Besitz, fand sie nur noch grauslich! Aber auch die Vartolo Aufnahme ist nicht zu verachten.

LG tiranno 

 

Lieber tiranno,
ich danke Dir für Deine Antwort. Deine Frage, ob die gezeigete Märzendorfer-Aufnahme diejenige war, die ich Salburg gesehen habe, muss ich mit einem „Ja“ versehen. Der Dirigent stimmt und in einem Buch über die Festspiele in Salzburg von 1969 sind Robert Kerns, Hans Wegmann, Klaus Hirte,  José van Dam, Jean van Ree, Walter Ranninger, William Holley, Susanne Sarocca und andere als Interpreten genannt.
Ich muss sagen, dass die Mackerras-Aufnahme tatsächlich aus der Zeit gefallen ist, und ich die Einspielung trotzdem wegen des Dirigenten, aber auch wegen Troyanos und einiger anderer Interpreten bisher noch nicht entsorgt habe. Durchaus ansprechend ist für mich auch die Naxos-Aufnahme, bei deren Hören ich allerdings grundsätzlich das ellenlange Diskussions-Gespräch am Anfang überspringe. Ansonsten ist die Aufnahme wirklich nicht schlecht.
Hinzufügen will ich noch, dass die Kollegienkirche ein idealer Sopielort war, bei dem der Altarraum das wichtigste Bühnenbild darstellte.

Zitat von manfred am 12. Februar 2022, 17:00 Uhr

Deine Durchaus ansprechend ist für mich auch die Naxos-Aufnahme, bei deren Hören ich allerdings grundsätzlich das ellenlange Diskussions-Gespräch am Anfang überspringe. 

Lieber manfred, oha die habe ich vergessen zu erwähnen, naja, das Gespräch muss sich nicht antun, die Aufnahme ist ansonsten wirklich nicht schlecht! Ich mag Vartolo sehr besonders bei Monteverdi, sein Orfeo ist auch aller Ehren wert! 

LG tiranno 

 

Foto: David Baltzer

“King Arthur or The British Worthy „

Semi – Opera in fünf Akten UA 1691 am Londoner Dorset Garden Theatre Musik:Henry Purcell  Text: John Dryden

“Endlich haben wir einen Engländer gefunden, der es mit den besten Ausländern aufnehmen kann.“ So schrieb Dryden um 1690 über Purcell, wenige Monate vor ihrer beider Zusammenarbeit an King Arthur.

Mit dieser Semi Oper gelang es Dryden und Purcell einen immensen Theater-Coup zu landen. Es wird gekämpft, gegen die Sachsen, gezaubert mit weißer und schwarzer Magie, des Zauberers Merlin und des Luftgeistes Philidel und geliebt um die schöne blinde Emmeline ( die Verlobte Arturs), diese soll aus den Fängen des Sachsenkönigs Oswald von Kent befreit werden mit tatkräftiger Unterstützung der Zauberer,

Auch geht es um die Vorherrschaft in England, die einen kämpfen unter der Fahne des christlichen Glaubens, wie Arthur und die anderen auf der Basis ihres heidnischen Kultes. Hier wird auf wunderbare Weise das alte England wieder heraufbeschworen!

In dieser Semi-Oper gibt es alles, Sprechgesang, Tänze, Arioses und entsprechende Theatermusik, ich habe das kennengelernt nach dem mir „Dido und Aeneas“ so gut gefallen hat, leider habe ich es nur einmal szenisch gesehen, denn da lässt sich viel mit anfangen, das wäre nach heutigen Maßstäben schon als Musical einzuordnen.

 

LG tiranno 

Folgende drei Aufnahmen stehen im Regal……

Am interessantesten finde ich die Aufnahme mit William Christie und Les Arts Florissantes, die hat Biss und viel Schönheit und mit hervorragenden Interpreten, gefolgt von der ersten GA mit Alfred Deller und dem Deller Concert & Choir The King’s Musick, Deller war ja auch so ein Vorreiter in Sachen HIP, das kann man hier wunderbar vernehmen, gefällt mir auch der Sänger wegen, die wissen was sie singen. Die Gardiner ist ziemlich nüchtern, das wird ja von vielen geteilt, allerdings nicht von mir, es gibt noch eine Neue und eine von Pinnock!

LG tiranno 

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