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Troubadour-Forum für die Freunde der Oper, des Gesangs und der Klaviermusik

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Welche Kunstlieder hört ihr besonders gerne, besonders von wem vorgetragen?

In diesem Thema kann jede und jeder ein Kunstlied nennen, das sie oder er genre hört, und von wem gesungen und besonders von wem begleitet. Wer sich beteiligt, möge tunlichst auch ein entsprechendes Youtube-Video einstellen, sei es nur  mit Ton oder auch mit Ton und Bild.

Weiter soll man möglichst ein anderes Lied als im Vorbeitrag nennen und möglichst auch mit anderen Künstlern. Das schließt nicht aus, dass Sängerinnen oder Sänger sowie begleitende Pianisten oder Pianistinnen mehrmals in dieen sem Thread auftauchen, ich möchte sogar sagen, es bleibt nicht aus,

Ich möchte selbst beginnen mit einem meiner Lieblings-Liedsänger, Dietrich Fischer-Dieskau. Er wird bei einem meiner absoluten Lieblingslieder Franz Schuberts begleitet von Jörg Demus, und zwar aus der Winterreise dem Lied Nr. 21: „Das Wirtshaus:

Das Wirtshaus
(Text: Wilhelm Müller)

Auf einen Totenacker
Hat mich mein Weg gebracht;
Allhier will ich einkehren
Hab ich bei mir gedacht
Ihr grünen Totenkränze
Könnt wohl die Zeichen sein
Die müde Wand’rer laden
Ins kühle Wirtshaus ein
Sind denn in diesem Hause
Die Kammern all‘ besetzt?
Bin matt zum Niedersinken
Bin tödlich schwer verletzt
O unbarmherz’ge Schenke
Doch weisest du mich ab?
Nun weiter denn, nur weiter
Mein treuer Wanderstab!

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Liebe Grüße

Willi????

Felix Mendelssohn: 6 Lieder, Op. 34: Nr. 2, Auf Flügeln des Gesanges, MWV K86 · Barbara Bonney · Geoffrey Parsons

 

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Und ich bin wieder bei Franz Schubert und meinem zweiten großen Lieblingssänger, Fritz Wunderlich. Er singt, begleitet von seinem väterlichen Freund Hubert Giesen, das Lied „Im Abendrot“:

Im Abendrot

Text: Karl Gottlieb Lappe (1773-1843)

O wie schön ist deine Welt,
Vater, wenn sie golden strahlet!
Wenn dein Glanz herniederfällt
Und den Staub mit Schimmer malet,
Wenn das Rot, das in der Wolke blinkt,
In mein stilles Fenster sinkt!

Könnt ich klagen, könnt ich zagen?
Irre sein an dir und mir?
Nein, ich will im Busen tragen
Deinen Himmel schon allhier.
Und dies Herz, eh‘ es zusammenbricht,
Trinkt noch Glut und schlürft noch Licht.

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Liebe Grüße

Willi????

Maurice Ravel: Shéhérazade, M. 41, I. Asie · Fatma Said · Malcolm Martineau

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Asie, Asie, Asie.
Vieux pays merveilleux des contes de nourrice
Où dort la fantaisie comme une impératrice
En sa forêt tout emplie de mystère.

Asie,
Je voudrais m’en aller avec la goëlette
Qui se berce ce soir dans le port
Mystérieuse et solitaire
Et qui déploie enfin ses voiles violettes
Comme un immense oiseau de nuit dans le ciel d’or.
Je voudrais m’en aller vers des îles de fleurs
En écoutant chanter la mer perverse
Sur un vieux rythme ensorceleur.
Je voudrais voir Damas et les villes de Perse
Avec les minarets légers dans l’air.
Je voudrais voir de beaux turbans de soie
Sur des visages noirs aux dents claires;
Je voudrais voir des yeux sombres d’amour
Et des prunelles brillantes de joie
En des peaux jaunes comme des oranges;
Je voudrais voir des vêtements de velours
Et des habits à longues franges.

Je voudrais voir des calumets entre des bouches
Tout entourées de barbe blanche;
Je voudrais voir d’âpres marchands aux regards louches,
Et des cadis, et des vizirs
Qui du seul mouvement de leur doigt qui se penche
Accordent vie ou mort au gré de leur désir.
Je voudrais voir la Perse, et l’Inde, et puis la Chine,
Les mandarins ventrus sous les ombrelles,
Et les princesses aux mains fines,
Et les lettrés qui se querellent
Sur la poésie et sur la beauté;

Je voudrais m’attarder au palais enchanté
Et comme un voyageur étranger
Contempler à loisir des paysages peints
Sur des étoffes en des cadres de sapin
Avec un personnage au milieu d’un verger;

Je voudrais voir des assassins souriant
Du bourreau qui coupe un cou d’innocent
Avec son grand sabre courbé d’Orient.
Je voudrais voir des pauvres et des reines;
Je voudrais voir des roses et du sang;
Je voudrais voir mourir d’amour ou bien de haine.

Et puis m’en revenir plus tard
Narrer mon aventure aux curieux de rêves
En élevant comme Sindbad ma vieille tasse arabe
De temps en temps jusqu’à mes lèvres
Pour interrompre le conte avec art…

Tristan Klingsor ❤


Asien, Asien, Asien.
Altes Wunderland der Kindermärchen
Wo die Fantasie wie eine Kaiserin schläft
In seinem Wald voller Geheimnisse.
Asien,
Ich würde gerne mit dem Schoner wegfahren
der heute Abend im Hafen schaukelt.
Geheimnisvoll und einsam
Und der endlich seine violetten Segel entfaltet
Wie eine riesige Nachteule am goldenen Himmel.
Ich würde gerne auf Blumeninseln gehen
Dem perversen Meer beim Singen lauschen
Auf einen alten bezaubernden Rhythmus.
Ich würde gerne Damaskus und die Städte Persiens sehen
Mit den hellen Minaretten in der Luft.
Ich würde gerne schöne Seidenturbane sehen
Auf schwarzen Gesichtern mit hellen Zähnen;
Ich würde gerne dunkle Augen der Liebe sehen
Und die Pupillen, strahlend vor Freude
In gelber Haut wie Orangen;
Ich würde gerne Samtkleidung sehen
Und Kleidung mit langen Fransen.
Ich würde gerne Pfeifen zwischen den Mündern sehen
Alles umgeben von weißem Bart;
Ich würde gerne harte Kaufleute mit misstrauischen Blicken sehen,
Und Kadis und Wesire
die mit der alleinigen Bewegung seines Fingers
Leben oder Tod gewähren, wie sie es wünschen.
Ich würde gerne Persien und Indien und dann China sehen,
Die dickbäuchigen Mandarinen unter den Regenschirmen,
Und die Prinzessinnen mit feinen Händen,
Und die Gelehrten, die streiten
Über Poesie und Schönheit;
Ich möchte im verzauberten Palast verweilen
Und wie ein ausländischer Reisender
in aller Ruhe die gemalten Landschaften betrachten 
Auf Stoffen in Tannenrahmen
Mit einer Figur mitten in einem Obstgarten;

Ich würde gerne Attentäter lächeln sehen
dem Henker, der einem Unschuldigen den Hals durchschneidet
Mit seinem großen gebogenen orientalischen Säbel.
Ich würde gerne arme Leute und Königinnen sehen;
Ich würde gerne Rosen und Blut sehen;
Ich würde gerne jemanden aus Liebe oder Hass sterben sehen.

Und dann später wieder nach Hause zurückkommen 
um denen mein Abenteuer zu erzählen, die neugierig auf Träume sind, 
Indem ich meine alte arabische Tasse wie Sindbad hochhebe
Von Zeit zu Zeit auf meine Lippen
Um die Geschichte kunstvoll zu unterbrechen …

In meinem Einführungstext vergaß ich, dass natürlich auch Orchesterlieder hier willkommen sind, also Lieder, die auch vom Orchester mit einem Dirigenten begleitet werden können. Als Beispiel habe ich hier die wunderbare Jessye Norman, die zur Saisoneröffnung 1979/80 mit dem New York Philharmonic unter Zubin Mehta das Fünfte der Rückert-Lieder von Gustav Mahler sang: „Ich bin der Welt abhanden gekommen“:

Ich bin der Welt abhanden gekommen

(Text: Friedrich Rückert, 1821)

Ich bin der Welt abhanden gekommen,
Mit der ich sonst viele Zeit verdorben.
Sie hat so lange von mir nichts vernommen,
Sie mag wohl glauben, ich sei gestorben.

Es ist mir auch gar nichts daran gelegen,
Ob sie mich für gestorben hält;
Ich kann auch gar nichts sagen dagegen,
Denn wirklich bin ich gestorben der Welt.

Ich bin gestorben dem Weltgewimmel
Und ruh’ in einem stillen Gebiet.
Ich leb’ in mir und meinem Himmel,
In meinem Lieben, in meinem Lied.

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Liebe Grüße

Willi????

Für mich gibt es eine ganze Reihe schöner Lieder, die ich selber gerne gesungen habe, manche sind lustig, manche traurig. Dieses hier von Gustav Mahler mit Christiane Karg, am Klavier Malcom Martineau, gehörte zu meinem Stammrepertoire.

Hans und Grethe

Ringel, ringel Reih’n!
Wer fröhlich ist, der schlinge sich ein!
Wer Sorgen hat, der lass’ sie daheim!
Wer ein liebes Liebchen küsst,
Wie glücklich der ist!
Ei, Hänsel, du hast ja kein’s!
So suche dir ein’s!
Ein liebes Liebchen, das ist was Fein’s. Juchhe!

Ringel, ringel Reih’n!
Ei, Gretchen, was stehst denn so allein?
Guckst doch hinüber zum Hänselein!?
Und ist doch der Mai so grün?
Und die Lüfte, sie zieh’n!
Ei, seht doch den dummen Hans!
Wie er rennet zum Tanz!
Er suchte ein Liebchen, Juchhe!
Er fand’s! Juchhe!
Ringel, ringel Reih’n!

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musika

 

Willi hat auf diesen Beitrag reagiert.
Willi

Ein für mich eher trauriges Lied ist das von Johannes Brahms komponierte „Schwesterlein“.

Pamela Coburn
Hermann Prey  
Geoffrey Parsons

Schwesterlein, Schwesterlein, wann gehn wir nach Haus?
»Morgen wenn die Hahnen krähn,
Wolln wir nach Hause gehn,
Brüderlein, Brüderlein, dann gehn wir nach Haus.«

Schwesterlein, Schwesterlein, wann gehn wir nach Haus?
Morgen, wenn der Tag anbricht,
eh end’t die Freude nicht,
Brüderlein, Brüderlein, der fröhliche Braus.

Schwesterlein, Schwesterlein, wohl ist es Zeit.
»Mein Liebster tanzt mit mir,
Geh ich, tanzt er mit ihr,
Brüderlein, Brüderlein, laß du mich heut.«

Schwesterlein, Schwesterlein, was bist du blaß?
»Das macht der Morgenschein
Auf meinen Wängelein,
Brüderlein, Brüderlein, die vom Taue naß.«

Schwesterlein, Schwesterlein, du wankest so matt?
»Suche die Kammertür,
Suche mein Bettlein mir
Brüderlein, es wird fein unterm Rasen sein.

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musika

Willi hat auf diesen Beitrag reagiert.
Willi
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Ein schöner Zusammenklang von Wort und Musik

Im Frühling

Still sitz‘ ich an des Hügels Hang,
der Himmel ist so klar,
das Lüftchen spielt im grünen Tal.
Wo ich beim ersten Frühlingsstrahl
einst, ach so glücklich war.

Wo ich an ihrer Seite ging
so traulich und so nah,
und tief im dunkeln Felsenquell
den schönen Himmel blau und hell
und sie im Himmel sah.

Sieh, wie der bunte Frühling schon
aus Knosp‘ und Blüte blickt!
Nicht alle Blüten sind mir gleich,
am liebsten pflückt ich von dem Zweig,
von welchem sie gepflückt!

Denn alles ist wie damals noch,
die Blumen, das Gefild;
die Sonne scheint nicht minder hell,
nicht minder freundlich schwimmt im Quell
das blaue Himmelsbild.

Es wandeln nur sich Will und Wahn,
es wechseln Lust und Streit,
vorüber flieht der Liebe Glück,
und nur die Liebe bleibt zurück,
die Lieb und ach, das Leid.

O wär ich doch ein Vöglein nur
dort an dem Wiesenhang
dann blieb ich auf den Zweigen hier,
und säng ein süßes Lied von ihr,
den ganzen Sommer lang.

Ernst Schulze

Willi und uhrand haben auf diesen Beitrag reagiert.
Williuhrand

Ich finde auch sehr ergreifend die „Nebensonnen“ aus Schuberts“ Winterreise“, die hier wunderbar von Thomas Quasthoff vorgetragen werden, der von Charles Spencer begleitet wird:

Die Nebensonnen

Test: Wilhelm Müller:

Drei Sonnen sah ich am Himmel stehn,
Hab lang und fest sie angesehn.
Und sie auch standen da so stier,
Als wollten sie nicht weg von mir.
Ach, meine Sonnen seid ihr nicht,
Schaut andern doch ins Angesicht!
Ach, neulich hatt’ ich auch wohl drei:
Nun sind hinab die besten zwei.
Ging nur die dritt’ erst hinterdrein,
Im Dunkeln wird mir wohler sein.

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Liebe Grüße

Willi????

Wenn einer der größten Schubert-Spieler und einer der größten Sänger zusammentreffen und ein weiteres meiner von mir besonders gerne gehörten Lieder erklingt, dan gehört es auch zweifellos in diesen Thread:

Am Meer

Text: Heinrich Heine

Das Meer erglänzte weit hinaus
Im letzten Abendscheine,
Wir saßen am einsamen Fischerhaus,
Wir saßen stumm und alleine.

Der Nebel stieg, das Wasser schwoll,
Die Möwe flog hin und wieder;
Aus deinen Augen, liebevoll,
Fielen die Tränen nieder.

Ich sah sie fallen auf deine Hand
Und bin auf’s Knie gesunken,
Ich hab von deiner weißen Hand
Die Tränen fortgetrunken.

Seit jener Stunde verzehrt sich mein Leib,
Die Seele stirbt vor Sehnen; –
Mich hat das unglückseel’ge Weib
Vergiftet mit ihren Tränen.

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Liebe Grüße

Willi????

Seit meiner Jugend liebe ich auch diese Ballade von Carl Loewe, die dieser 1844 schuf nach einem Text von Ferdinand von Freiligrath. Besonders beeindruckt hat mich stets die Interpretation Hermann Preys, der hier von Michael Endres begleitet wird:

 

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Prinz Eugen der edle Ritter

Zelte, Posten, Werda-Rufer!
Lust'ge Nacht am Donauufer!
Pferde stehn im Kreis umher
Angebunden an der Pflöcken;
An den engen Sattelböcken
Hangen Karabiner schwer.

Um das Feuer auf der Erde,
Vor den Hufen seiner Pferde
Liegt das östreichsche Pikett.
Auf dem Mantel liegt ein jeder;
Von den Tschackos weht die Feder,
Leutnant würfelt und Kornet.

Neben seinem müden Schecken
Ruht auf einer wollnen Decken
Der Trompeter ganz allein:
"Laßt die Knöchel, laßt die Karten!
Kaiserliche Feldstandarten
Wird ein Reiterlied erfreun!

"Vor acht Tagen die Affaire
Hab ich, zu Nutz dem ganzen Heere,
In gehör'gen Reim gebracht;
Selber auch gesetzt die Noten;
Drum, ihr Weißen und ihr Roten!
Merket auf und gebet Acht!"

Und er singt die neue Weise
Einmal, zweimal, dreimal leise
Denen Reitersleuten vor;
Und wie er zum letzten Male
Endet, bricht mit einem Male
Los der volle, kräft'ge Chor:

"Prinz Eugen, der edle Ritter!"
Hei, das klang wie Ungewitter
Weit in's Türkenlager hin.
Der Trompeter tät den Schnurrbart streichen
Und sich auf die Seite schleichen
Zu der Marketenderin.

Liebe Grüße
Willi


Hallo

Ein Lied, das ich erst mit Veröffentlichung dieser CD kennengelernt habe ist „Du alter Baum“ von Norbert Glanzberg. Es ist ein Stück aus seinen Holocaust-Liedern.

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Alter Baum (Johanna Kirchner)
Du alter Baum, du Freund aus frühen Tagen,
Du Zuflucht du, mein laube grütnes Zelt,
Du, alter Baum, du hörtest meine Fragen,
Zu dir trug ich den Kummer meiner Welt.
Ich spielte still behütet meine Spiele,
Dein grüner Schatten war ein gutes Haus.
Die Amsel flötete in deinen Zweigen
Und Bienen Völker summten ein und aus.
Du, alter Baum, sahst du bei ersten Küssen,
Du teiltest Lust und Heimlichkeit mit mir.
Du, alter Baum, verletzt von Krieges schüssen,
Du hieltest stand, ich kam zurück zu dir.
Ich lehnte meine Stirn an deine Rinde,
Wenn es mich heim trieb
Aus dem Starb der Stadt.
Mit beiden Armen hielt ich dich umfangen,
Und sah an deinen dichten Laub mich satt.
Du, alter Baum, du Freund aus frühen Tagen,
Dein Stamm is taub und deine Rinde tot.
Dir spriesst kein Blatt, es splittern deine Zweige.
Wie ein Gespenst ragst du ins Morgenrot.
Zerstört vonn all dem gift belad’nen Regen
Stehst du als Zeuge unsrer Schuld vor mir.
Es war so gut in deinem grünen Schatten.
Mir ist, mein Freund, als stürbe ich mit dir.

 

Gruß Wolfgang

Angesichts des momentanen Wetters kam mir ein altes Lied in den Sinn, das die Leute auch früher schon sangen, wenn sie des kalten Winterwetters überdrüssig waren und das ein Kunstlieder aus der Feder keines Geringeren als Wolfgang Amadeus Mozart war. Es Fand so große Verbreitung, dass es in der Gruppe der seltenen Lieder landete, die inzwischen auch als Volkslieder bezeichnet werden. Hier wird es von Hermann Prey gesungen, der von Jörg Demus begleitet wird. Der Text des Liedes stammt von Christian Adolf Overbeck:

Komm lieber Mai, und mache

Komm, lieber Mai, und mache
die Bäume wieder grün
und lass mir an dem Bache
die kleinen Veilchen blühn!
Wie möchte ich doch so gerne
ein Veilchen wieder sehn,
ach, lieber Mai, wie gerne
einmal spazieren gehn!

Zwar Wintertage haben
wohl auch der Freuden viel:
man kann im Schnee eins traben
und treibt manch Abendspiel,
baut Häuserchen von Karten,
spielt Blindekuh und Pfand,
auch gibt’s wohl Schlittenfahrten
aufs liebe freie Land

Doch wenn die Vögel singen
und wir dann froh und flink
auf grünem Rasen springen,
das ist ein ander Ding!
Jetzt muss mein Steckenpferdchen
dort in dem Winkel stehen,
denn draussen in dem Gärtchen
kann man vor Schmutz nicht gehn.

Ach, wenn’s doch erst gelinder
und grüner draußen wär!
komm, lieber Mai, wir Kinder,
wir bitten gar zu sehr!
O komm und bring vor allem
uns viele Veilchen mit,
bring auch viele Nachtigallen
und schöne Kuckucks mit.

(Ich habe hier nur die Strophen aufgeführt, die Hermann Prey singt, die vierte habe ich gestrichen.)

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Liebe Grüße

Willi😀

Sehr zu Herzen geht mir auch das Lied „Ich hab‘ im Traum geweinet“ aus Robert Schumanns „Dichterliebe“ op. 48 nach Texten von Heinrich Heine, speziell in der singulären, ja ultimativen Liveaufnahme von Fritz Wunderlich in dessen letztem Liederabend in Edinburgh, Anfang September 1966, nur wenige Wochen vor seinem frühen Tode, wo er, wie so oft, von seinem väterlichen Freund Hubert Giesen begleitet wurde:

Ich hab im Traum geweinet

Ich hab‘ im Traum geweinet
Mir träumte, du lägest im Grab
Ich wachte auf, und die Träne
Floß noch von der Wange herab

Ich hab‘ im Traum geweinet
Mir träumt‘, du verließest mich
Ich wachte auf, und ich weinte
Noch lange bitterlich

Ich hab‘ im Traum geweinet
Mir träumte, du wär’st mir noch gut
Ich wachte auf, und noch immer
Strömt meine Tränenflut.

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Liebe Grüße

Willi😀

Ähliche Gefühle weckt das Lied „Die böse Farbe“ aus der „Schönen Müllerin“, das Fritz Wunderlich ein Jahr früher aufgenommen hat, in dieser Aufnahme, wiederum mit Hubert Giesen. Der Test ist natürlich auch von Wilhelm Müller:

Die böse Farbe

Ich möchte ziehn in die Welt hinaus,
Hinaus in die weite Welt,
Wenn’s nur so grün, so grün nicht wär
Da draußen in Wald und Feld.

Ich möchte die grünen Blätter all
Pflücken von jedem Zweig,
Ich möchte die grünen Gräser all
Weinen ganz totenbleich.

Ach Grün, du böse Farbe du,
Was siehst mich immer an,
So stolz, so keck, so schadenfroh,
Mich armen weißen Mann?

Ich möchte liegen vor ihrer Tür
In Sturm und Regen und Schnee,
Und singen ganz leise bei Tag und Nacht
Das eine Wörtchen Ade.

Horch, wenn im Walde ein Jagdhorn schallt,
Da klingt ihr Fensterlein,
Und schaut sie auch nach mir nicht aus,
Darf ich doch schauen hinein.

O binde von der Stirn dir ab
Das grüne, grüne Band,
Ade, ade! und reiche mir
Zum Abschied deine Hand.

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Liebe Grüße

Willi😀

uhrand hat auf diesen Beitrag reagiert.
uhrand

Liebe alle,

 

wohl auch berufsbedingt ist eines meiner liebsten Lieder Heimweh von Hugo Wolf auf einen Text von Eichendorff:

Wer in die Fremde will wandern,
Der muß mit der Liebsten gehn,
Es jubeln und lassen die andern
Den Fremden alleine stehn.

Was wisset ihr, dunkele Wipfel,
Von der alten, schönen Zeit?
Ach, die Heimat hinter den Gipfeln,
Wie liegt sie von hier so weit!

Am liebsten betracht ich die Sterne,
Die schienen, wie ich ging zu ihr,
Die Nachtigall hör ich so gerne,
Sie sang vor der Liebsten Tür.

Der Morgen, das ist meine Freude!
Da steig ich in stiller Stund
Auf den höchsten Berg in die Weite,
Grüß dich, Deutschland, aus Herzensgrund!

Es ist schwer, hierzu eine wirklich geglückte Aufnahme zu finden. Denn das Lied hat es in sich – und zwar vor allem wegen der letzten Strophe, die dem Sänger, egal welcher Stimmlage, alles abfordert. Und viele schaffen diesen heldischen Aufschwung in die letzte Zeile nach den Mühen der Ebene in den drei Versen vorher nicht mehr wirklich. Als Beispiel diene -ausgerechnet-der von mir sonst hochgeschätzte Rudolf Schock:

https://www.youtube.com/watch?v=zEo_16HRxNc

Ganz anders macht es Hermann Prey:

https://www.youtube.com/watch?v=oJ3LH_jc-XQ

Er rettet sich, indem er die gesamte letzte Strophe gestaltet, als sänge er gerade „Lebwohl, du kühnes, herrliches Kind…“ – geht auch, aber ich finde es ein wenig unpassend.

Angenehm, noch fast am souveränsten, wenn auch ein wenig zu langsam, gestaltet Helge Rosvaenge:

https://www.youtube.com/watch?v=_5rtQgvh1Lc

Also, was hilft?Selber singen…

Bronchitische Grüße!

Honoria Lucasta

P.S. Und noch ein Fundstück hinterher – für mein Empfinden fast die gelungenste Aufnahme:

https://www.youtube.com/watch?v=NpjTtxh1nVU

Den Sänger Karl Jerolitsch kannte ich bisher nicht;er singt klug, stimmschön und in richtiger Einschätzung der Anforderungen des Lieds: sehr schön.

uhrand hat auf diesen Beitrag reagiert.
uhrand

Liebe Honoria Lucasta,

danke für deine interessante Darstellung ! 👍

Von dargelegten Versionen ist Jerolitsch/Hanselmann auch ganz klar meine Lieblingsversion ❤

Liebe Grüße und gute Besserung
André

Ich kannte vorher dieses Lied noch nicht, obwohl ich es in meiner Sammlung habe, zumindest von diesem Sänger, dessen Aufnahme ich hier einstelle:

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Liebe Grüße

Willi😀

Lieber Willi,

ich hatte DiFiDi mit Absicht weggelassen. Die ersten drei Strophen sind souverän gestaltet; man hört ja fast jeden Buchstaben, sozusagen. Auch er flüchtet aber, wie Prey, dessen Aufnahme etwa um die gleiche Zeit entstanden sein muß, am Ende in die Lautstärke. Vielleicht empfand man das Anfang/Mitte der 50er als das stilistisch angemessene Mittel; vielleicht gibt es dazu auch eine Kritikermeinung.

Dieses Lied ist zu Unrecht, wie ich finde, nicht sehr oft in Liedprogrammen zu finden. Natürlich überwiegend wegen seiner technischen Anforderungen. Aber mindestens genauso wegen der letzten Zeile, die ja nun wirklich eher etwas Naturschwärmerisches, aber nichts Nationalistisches an sich hat (Eichendorff halt…)  –  alle im Publikum nämlich, die die ersten drei Strophen eher so ungefähr mitgehört haben, werden in der letzten Zeile beim Wort „Deutschland“ ruckartig wach, fühlen sich ertappt und sinnieren gerne, ob man das denn heute noch so singen dürfe.

Grüße!

Honoria Lucasta

uhrand hat auf diesen Beitrag reagiert.
uhrand

Für mich ist es ein wunderschönes Lied, wenn es ein Ausdruck von innerlich tief gefühltem Heimweh ist, so wie bei Jerolitsch/Hanselmann.

Liebe Grüße
André

Hallo

Die in Worte gefasste Heimatliebe, die vor allem in der letzten Zeile und dem emphatischen Klaviernachspiel zum Ausdruck kommt, führte dazu, dass dieses Lied in den dunklen Zeiten des vergangenen Jahrhunderts politisch vereinnahmt wurde. Bereits zur Zeit der Entstehung des Liedes konnte man diese Vereinnahmung feststellen. Als Wolf den Tenor Ferdinand Jäger am Flügel begleitete und dieser „Heimweh“ sang, fühlten sich einige Hörer veranlasst, nach den Schlussworten demonstrativ groß- und nationaldeutsch ihre Begeisterung zu demonstrieren, ohne das Klavier-Nachspiel abzuwarten (Fischer-Dieskau: Hugo Wolf-Leben und Werk). Auch der Versuch, das Wort „Deutschland“ durch „Heimat“ zu ersetzen, half der Vereinnahmung nicht ab.

Hier noch eine Version, die ich bevorzuge, da sie diese Annahme nicht dadurch unterstützt, dass sie gegen Ende „heldenhaft“ laut wird.

Es ist die Aufnahme von Wolfgang Holzmair, der von Imogen Cooper begleitet wird.

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Es gibt drei Orchestrierungen des Liedes – von Joseph Marx, Günther Raffael und Franz Schreker, die allerdings in youtube kaum auffindbar sind.

Gruß Wolfgang

 

 

Honoria Lucasta hat auf diesen Beitrag reagiert.
Honoria Lucasta

Lieber Wolfgang,

ich konnte den Fehler heute beheben, der zur Zeit allerdings in meinen Erinnerungen nicht auftritt. Da ich zwei Stunden länger als geplant im Krankenhaus bei musika war und auf dem Rückweg durch ein veritables Sturm-Hagel-Gewitter musste, werde ich morgen näher ausführen, wie man eventuell die „Fehlkonstruktion“ beim Einstellen des Videos korrigieren kann.

Liebe Grüße

Willi😀

Kontakt
Telefon: 0178-1069333
E-Mail: info@troubadour-forum.de

Gestaltung Agentur kuh vadis